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Die Burg Kapitel 08/09
Datum: 12.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... kein Brand, der die anderen Bilder zerstört hat. Es gibt keine Weiteren. Bitte entschuldigt diese Lüge von mir." Ich hatte es in den letzten Minuten geahnt, aber nicht glauben wollen. Es konnte nicht sein und unter anderen Umständen hätte ich es sofort als eine weitere Lüge abgetan. Doch war mir in den letzten Tagen so viel passiert, dass ich es glauben musste. Es konnten nicht alles Trugbilder gewesen sein, selbst ein überlanger Traum war dazu nicht fähig. Daher glaubte ich nicht daran, aufzuwachen und alles wäre vorbei. Gedanken rasten durch mein Gehirn und ich wusste nicht, ob ich verrückt war oder nicht. Wenn man grob rechnete, dann musste Genefe von Hochfeldz über sechshundert Jahre alt sein und das musste ich erst einmal verdauen. Für dieses Alter hatte sie sich erstaunlich gut gehalten. Sie schien zu ahnen, was gerade durch meinen Kopf ging, denn sie nickte ein weiteres Mal und ich meinte etwas wie eine tiefe Traurigkeit oder Sehnsucht, in ihren Augen zu lesen. Erst jetzt wurde mir noch etwas anderes bewusst. Ich ...
... war der Letzte aus der Familie von Maiden, sie die Letzte aus der Familie von Hochfeldz. Hatte der Fluch nicht etwas von miteinander verschmelzen zu tun gehabt. Ich wurde auf einmal verlegen. Immerhin war das etwas bizarr. Statt darüber weiter nachzudenken, fragte ich lieber nach etwas anderem. „Dann können sie mir auch sagen, wer Brid war?" Die Gräfin sah mich mit einem ganz anderen Blick an, als wenn sie aus einem Traum erwacht war. „Wen meint ihr?", fragte die Gräfin und ich konnte erkennen, dass sie wirklich nicht wusste, wen ich meinte. „Ich traf sie, als ich in den Ruinen der Burg der von Maidens war. Sie hatte Pilze gesammelt und wir haben uns eine Weile lang unterhalten!" Gut, unterhalten war untertrieben, aber geredet hatten wir auch. Das Gesicht der Gräfin hellte sich auf einmal auf. Ein Lächeln ging über ihre Lippen uns sie sah belustigt aus. „Brid, eine junge Frau mit langen, gelockten, haselnussfarbenen Haaren?", fragte sie mich und ich nickte. Sie lachte kurz auf, wurde dann wieder vollkommen ernst.