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Die Burg Kapitel 08/09
Datum: 12.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... heutiger Zeit. Die Art solche Schriftzeichen zu benutzen, kam aus dem 14 ten oder 15 ten Jahrhundert. Das kannte ich von alten Grabplatten, die ich selber restauriert hatte. Dabei stellte sich mir die Frage, warum der Name des oder derjenigen ausgemeißelt worden war. So etwas kannte ich nur von den alten Ägyptern, die damit die Erinnerung an diese Menschen auslöschen wollten, um sie damit auch im Jenseits zu töten. Ein solcher Brauch war mir in Europa nicht bekannt, doch man lernte nicht aus. Mit diesen Eindrücken ging ich langsam in Richtung Tor und konnte von hieraus die Spitze des Bergfrieds sehen. Zu meinem Erstaunen stand oben ein Mensch darauf. Ich konnte sie auf die Entfernung zwar schlecht sehen, aber sie war auf alle Fälle eine Frau mit langem schwarzem Haar, denn dieses wehte in dem Wind dort oben, zur Seite weg. Sie stand, dass sie in meine Richtung sah und ich wunderte mich darüber, da es mir nicht möglich gewesen war, die Falltür aufzubekommen. Also musste Conlin es geschafft haben, denn er wollte sich darum kümmern. Doch wer war die Frau auf dem Turm? Die Gräfin nicht, das konnte ich über die Entfernung erkennen. Sie trug ein wein- oder blutrotes Kleid, was ich fast ganz sehen konnte, denn sie stand gefährlich zwischen zwei Zinnen. Einen Schritt nach vorne und sie wäre in die Tiefe gestürzt. Ich blickte einen Moment in ihre Richtung und hätte am liebsten ein Fernglas gehabt, um sie besser sehen zu können. Nach zwei Minuten, die ich in die Richtung der ...
... Frau gestarrt hatte, konnte ich mich von dem Anblick endlich lösten und ging schnell in Richtung Burg. Ich wollte sie von Nahem sehen und sie davon abbringen, herabzustürzen. Doch als ich den Turm näher sehen konnte, war sie nicht mehr dort. Ich rieb mir die Augen und dachte an ein Trugbild, doch ehrlich gesagt, glaubt ich nicht mehr an Erscheinungen. Die ich in den letzten Tagen erlebt hatte, waren mir zu real erschienen, um sie alleine in meinem Unterbewusstsein zu suchen. Wenig später stand ich vor dem Tor und wie gewohnt, sprang die eingelassene Tür auf. Ich ging nicht zur Werkstatt, sondern direkt zu Conlin. Er sollte mir jetzt auf einige Fragen eine Antwort geben. Ich hatte ein Recht darauf, fand ich jedenfalls. Wenig später, stand ich in dem mit Büchern vollgestopften Raum, vor seinem Tisch, an dem er wie immer saß und in einem las. „Conlin!", sagte ich ein wenig aufgeregt, „Könne sie mir erklären, was ich hier wirklich soll?" Er sah mich seltsam an und meinte: „Ihr wurdet dafür angestellt, die Schäden an der Burg zu auszubessern!" Jetzt fühlte ich mich, um es deutlich zu sagen, verarscht. Ich kniff meine Augen zusammen und meinte zu ihm: „Ich war eben auf dem Friedhof und raten sie mal, welcher Name mir immer wieder begegnet ist?" „Hmmm", meinte er trocken, „Eurer?" und sah mich dabei an, als wenn es ihm Spaß machte, nicht mehr zu sagen, als er müsste. „Ja, meiner", meinte ich. „Ist es nicht seltsam, dass ich hier bin und mein Name immer ...