1. Der Spanner Teil 02


    Datum: 30.05.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bys_napples

    ... besprechen?"
    
    „Nein. Hauptsache, Sie haben das Geld um fünf Uhr."
    
    Notzke machte sich auf den Heimweg und ich ging zum Fitness, um mich etwas abzulenken.
    
    Als ich zurückkam, standen Noskes schon vor meiner Tür. ‚Er scheint es eilig zu haben, seine Frau loszuwerden', dachte ich und setzte ein neutrales Gesicht auf. Im Innern war ich gespannt, wie es jetzt ablaufen würde.
    
    „Hallo Frau Notzke, Herr Notzke", rief ich ihnen schon weitem zu und winkte. Emilia verzog ihr Gesicht.
    
    „Hallo Herr Beiner!", begrüßte mich Notzke und Emilia nickte mir gezwungenermaßen zu. Es sah so aus, als wäre ich nicht der passende Umgang für Ihresgleichen und ich fragte mich, wer denn bitte Ihresgleichen waren.
    
    „Schatz", begann Notzke und ignorierte den missbilligenden Gesichtsausdruck seiner Frau, die in der Öffentlichkeit nicht Schatz genannt werden wollte. „Nenn mich nicht Schatz", ranzte sie ihn an. Da war es, das Zickige, Hochnäsige, Elitäre.
    
    Notzke ignorierte ihre Einwände und kam gleich zur Sache: „Wenn du die Wahl hättest, ein Jahr bei Herrn Beiner zu wohnen oder den Albanern deine Brüste zu zeigen, was würdest du tun?" Emilia stand da, ihr Blick wurde glasig und man könnte meinen, ihr Gehirn würde sich mit der Lösung dieser Frage beschäftigen, was es vielleicht auch tat, aber zu ihrem Leidwesen war die betreffende Hirnregion defekt und sie befand sich, um es laienhaft auszudrücken, in einer Schleife, einer neurologischen Logikfalle.
    
    „Ich würde vorschlagen, du wohnst ab ...
    ... heute für ein Jahr bei Herrn Beiner", skizzierte er grob in einem Satz ihre nächste Zukunft. „Unser Haus kommt ja sowieso unter den Hammer." Ob sie den letzten Teil noch registriert hatte, blieb ihr Geheimnis. Ihr Blick wandte sich wieder uns zu und sie schaute mich an, ohne mich überhaupt zu fragen, ob es mir recht wäre, dass sie bei uns einziehen würde und sagte: „Dann wohne jetzt ich ein Jahr bei Herrn Beiner."
    
    Ich machte eine einladende Geste in Richtung Haustür. Emilia zögerte: „Aber ich habe noch gar nicht gepackt." Sie schaute ihren Mann verwirrt an, der daraufhin zum Auto lief und mit einem Koffer zurück kam. Ich öffnete die Haustür, wiederholte meine einladende Geste und Emilia trat ein, während ich Notzke den Umschlag mit den 60.000 Euro überreichte und von ihm Emilias Koffer in die Hand gedrückt bekam.
    
    „Auf Wiedersehen!" rief ich Notzke hinterher, der schon am Steuer seines Autos saß und Gas gab. ‚Schien ihm ja nicht so viel an seiner Gattin zu liegen', dachte ich und schleppte den Koffer ins Haus. Dort stand Emilia in der Küche und musterte die Einrichtung, die ihr wahrscheinlich viel zu billig vorkam, aber zu meiner Überraschung war sie scheinbar angetan von der Küche.
    
    „Wenn Sie mir jetzt bitte meine Räume zeigen würden", sagte sie und dreht sich zu mir um.
    
    „Aber sicherlich, Gnädigste", antwortete ich so ernsthaft ich konnte und führte Sie durch den Garten zum Gartenhaus, dass für gelegentliche Besucher mit einem eigenen Bad eingerichtet war. Etwas ...