-
Marlene
Datum: 07.07.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAlexis_Q
... der U-Bahn jede blonde Frau verstohlen zu mustern. Auf dem Bahnsteig meinte sie im Vorübergehen das gesuchte Gesicht entdeckt zu haben. Erregt lief sie der Frau nach. "Warten Sie, bleiben Sie doch bitte stehen!" Die Angesprochene fuhr herum, als Paulina ihr auf die Schulter tippte. Abgesehen von ihrem blonden Haar hatte sie überhaupt keine Ähnlichkeit mit der Frau aus Paulinas Träumen. "Bitte entschuldigen Sie, ich habe Sie mit jemandem verwechselt", murmelte Paulina. Die Passantin drehte sich wortlos um und ging weiter. Bestimmt hielt sie Paulina für verrückt, und damit hatte sie vermutlich recht. Zu Hause beschloß Paulina, ein heißes Bad zu nehmen. Danach fühlte sie sich etwas besser. Jetzt noch eine schöne Tasse Tee, und die Welt würde wieder ein bißchen freundlicher aussehen. Als sie in ein Badetuch gewickelt in die Küche ging, läutete es an der Türe. Der Schreck fuhr Paulina in die Glieder, als sie durch den Türspion blickte und die Blonde draußen stehen sah. "Mach auf, ich weiß, daß du da bist!" Mit zitternden Händen öffnete Paulina die Türe und wich zurück. Zum ersten Mal konnte sie das Gesicht der Fremden genau erkennen. "Du bist nicht Marlene!", rief sie erleichtert aus. "Doch, mein Name ist Marlene." - "Ich meine, du bist nicht meine Schwester Marlene." - "Deine Schwester ist seit siebzehn Jahren tot." - "Woher weißt du das?" - "Ich weiß vieles über dich." "Wer bist du wirklich? Und warum verfolgst du mich bis in meine Träume?" - "Wie schon gesagt, ich ...
... will dir nur Gutes tun. Ich habe dich durch eine schwere Zeit in deinem Leben begleitet. Jetzt bin ich hier, um dir Lebwohl zu sagen." - "Lebwohl? Du meinst für immer?" Zu ihrer eigenen Überraschung verspürte Paulina bei diesem Gedanken Bedauern. "Ja. Meine Aufgabe ist erfüllt, du brauchst mich nicht mehr. Aber zuerst möchte ich mich noch von dir verabschieden." Sie ging auf Paulina zu, nahm ihr das Badetuch ab und küßte sie. Dann liebkoste sie langsam und zärtlich Paulinas gesamten Körper. Ihre Lippen und Hände wanderten über Paulinas Brüste, ihren Bauch, ihren Po und ihre Schenkel. Schließlich gingen sie Hand in Hand ins Schlafzimmer, wo Marlene sich ebenfalls auszog. Ihre ineinander verschlungenen Körper wälzten sich lustvoll auf dem Bett. Sie liebten einander die ganze Nacht leidenschaftlich und voller Hingabe, immer und immer wieder. Im Morgengrauen sank Paulina, erschöpft von unzähligen Orgasmen, in die Kissen und fiel in einen kurzen Dämmerschlaf. Als sie nach einigen Minuten ihre Augen wieder öffnete, war sie alleine. Paulina machte sich nicht die Mühe, nach Marlene zu suchen, denn sie wußte, sie war weg und würde nie wieder zurückkommen. Nackt wie sie war ging Paulina ins Wohnzimmer und holte das Fotoalbum aus dem hintersten Winkel des Schranks. Sie hatte es sich seit Jahren nicht mehr angesehen, weil die Erinnerungen zu schmerzhaft waren. Nun aber konnte sie wieder mit Freude an die schönen Momente denken, die in den Bildern festgehalten waren. Sie schlug ...