1. Das Bangkok Syndikat 17


    Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... Meine Freunde werden mit Sicherheit schon bald wieder Sehnsucht nach dir bekommen."
    
    Jasmin wandte sich ab und verließ eilig den Raum. Erneut hatte sich die Hölle für sie aufgetan und ihr in aller Deutlichkeit gezeigt, für wen sie länger als ein Jahrzehnt gearbeitet hatte. Sie war dem trügerischen Gefühl erlegen, als Weiße vor derartigen Übergriffen sicher zu sein.
    
    Neununddreißigster Tag, morgens, Bangkok
    
    Müdigkeit und Erschöpfung waren in den letzten Tagen zu Chais treuen Begleitern geworden. Beinahe stündlich hatten sich die Ereignisse überschlagen. Chai selbst, wie er resignierend feststellen musste, hatte keinerlei Kontrolle über oder wenigstens Einfluss auf die Vorgänge. Die Mächtigen Thailands schienen die Chance zu sehen, die eigenen Westen reinwaschen zu können, und in Wang ein geeignetes Opfer gefunden zu haben, das sowohl im eigenen Land als auch international einiges an Aufmerksamkeit erregen würde.
    
    Welche Vorstellungen Chai doch gehabt hatte. Er hatte fest angenommen, dass die staatliche Maschinerie erst mühselig in Gang gesetzt werden musste, stattdessen hatte sie sich vom eigentlichen Auslöser der Ereignisse völlig entkoppelt.
    
    „Weißt du etwas Neues? In der ganzen Stadt waren gestern und auch heute noch Sirenen zu hören. Die haben sogar Militär aufgefahren. Was ist passiert, Chai?"
    
    Der Ermittler las die Nachrichten auf seinem Handy. Tatsächlich hatte die Polizei eines der Häuser gestürmt, in denen man Wang vermutet hatte. Es sollen Drogen ...
    ... gefunden worden sein, nebst regelrechten Waffenarsenalen, mit denen terroristische Anschläge verübt werden sollten. Wie zur Bestätigung hatte man ihm ein Foto von zwei verstümmelten Leichen zugesandt, die im Haus eines einflussreichen Kommunalpolitikers an einem Treppengeländer aufgehängt worden waren. Bei beiden handelte es sich um Chinesen, die mit Beamten der Staatssicherheit Kontakt gehabt hatten.
    
    „Ich weiß es doch selbst nicht genau, Arlak. Einsatzkräfte der Polizei haben Wangs Hauptquartier zwar gestürmt, aber nur unwichtige Handlanger festgenommen. Der Pate selbst hält sich versteckt und lässt sich anscheinend nicht so schnell überrumpeln, wie man wohl angenommen hat. Ich mache mir Sorgen, Arlak. Wie kann ich die Jungen noch retten unter diesen Umständen? Sie haben doch jegliche Priorität verloren. Selbst wenn sie jetzt durch Wang umkommen, würde das nur seine Rolle als Scheusal bestätigen und die Offiziellen würden jede Schuld oder Mitverantwortung von sich weisen. Sie könnten einfach behaupten, weder Mühen noch Mittel gescheut zu haben, um ihn dingfest zu machen, und die Öffentlichkeit hätte nicht den geringsten Anlass, ihnen nicht zu glauben."
    
    „Und was machen wir?"
    
    Chai musste lächeln. Arlak hatte anscheinend ein persönliches Interesse entwickelt, bei seinem Fall mitzuwirken.
    
    „Ich weiß es nicht, ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Der Staatssekretär hört sich zwar an, was ich zu sagen habe, doch abgesehen von einigen entschuldigenden Phrasen, teilt man mir ...
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