1. Das Bangkok Syndikat 17


    Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... nahezu nichts über die Pläne von Polizei und Einsatzkräften mit. Wang wird sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden wehren, daran hege ich keinerlei Zweifel. Und es werden Menschen sterben, vor allem unschuldige, die mit seinen Verbrechen so gut wie nichts zu schaffen hatten."
    
    Chai dachte an die Domina und ihr Übereinkommen. Nur noch wenige Tage, dann würde erneut das Leid über die Deutschen hereinbrechen. Spätestens morgen musste er ein neuerliches Treffen vereinbaren und vorher noch Frau Doktor Silami um weitere Mittel bitten.
    
    „Komm! Wir gehen raus auf die Straße. Vielleicht hören wir ja etwas Neues."
    
    Arlak war einverstanden und holte seine Jacke. Chai aber verlor sich wieder in seinen Gedanken und Sorgen, griff nach seinem Mantel, der über der Lehne eines der Stühle seines Esstisches lag und zog die Wohnungstür hinter sich und seinem „Neffen" ins Schloss. Sein Handy lag noch auf dem Beistelltisch neben seinem Bett und surrte ununterbrochen.
    
    Neununddreißigster Tag, mittags, Bangkok
    
    Noris Auftrag folgend, hatte sich Wanda in den letzten Tagen eingehend mit Long beschäftigt. Zwar hatte sie den Chinesen mehrmals ausgiebig und auch extrem gequält, sich aber anschließend auch immer wieder einfühlsam um ihn gekümmert, um ihn sein Leid ertragen zu lassen. Die erfahrene Domina hatte deutlich gespürt, dass der ehemalige Mafioso mit den Qualen und Demütigungen, die ihm durch ihre Hand zuteil wurden, denkbar schlecht umgehen konnte, selbst ihre erotische Präsenz ...
    ... vermochte ihm nur wenig Trost zu schenken.
    
    Wanda war eine engagierte Domina, die ihre Kunden stets mit großer Leidenschaft zufriedenzustellen versuchte. Dies handhabte sie selbst bei Long auf die gleiche Art und Weise und baute zu ihrem Opfer eine zwischenmenschliche Beziehung auf, obgleich ihr genau das von Nori verboten worden war. Selbst wenn diese natürlich rein professioneller Natur blieb und keinen emotionalen Hintergrund hatte, wollte sie ihn dazu bringen, die bösen Spiele schätzen zu lernen, die sie ihm auferlegte.
    
    An Armen und Beinen von der Decke hängend beschrieb sein Körper einen Halbkreis. Zwar ließen ihn die tagelangen, schweren Misshandlungen kraftlos und erschöpft erscheinen, doch Aufsässigkeit und Trotz waren immer noch in seinen Augen zu lesen. Trotz all der harten Abstrafungen hatte er sie immer wieder verhöhnt, erst während der letzten Stunde seinen Widerstand ihr gegenüber aufgegeben.
    
    Als die Domina ihrem Opfer ins Ohr flüsterte, dass die heutige Session beendet sei, betrat, von Wanda unbemerkt, plötzlich Nori den Raum. Erst als sich die Augen des Chinesen zu weiten begannen, spürte sie deren Gegenwart.
    
    „Was laberst du da mit ihm? Ich habe dir doch verboten, mit ihm zu reden!"
    
    Die Angesprochene zuckte sichtlich zusammen. Obgleich ihr der Schrecken sichtlich in die Glieder gefahren war, schaffte sie es mit bewundernswerter Geschwindigkeit, sich wieder zu fangen.
    
    „Dieses Arschloch verdient keine Nachsicht! Kapier das endlich, Wanda, oder ich ...
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