1. Das Bangkok Syndikat 17


    Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... verstand, worauf sie hinauswollte.
    
    „Es ist nur der Form halber. Morgen sind wir alle frei und jeder wird seines Weges gehen können."
    
    Der Pate saß am Schreibtisch in Jasmins Büro und telefonierte mit deren Festnetzanschluss. Es schien das einzige Gerät im Haus zu sein, das noch funktionierte. Lag das an den Geräten, die Jasmin vorhin erwähnt hatte? Nori hatte auch von den anderen Damen gehört, die sich entrüstet hatten, das Haus nach ihrer Schicht nicht mehr verlassen und auch nicht mehr telefonieren zu dürfen. Wang hatte mit den ihm noch verbliebenen Getreuen das komplette Haus übernommen. Es waren nicht mehr viele Männer, zwei Dutzend vielleicht, die aber schienen ihrem Herrn treu ergeben zu sein.
    
    Bonian klopfte an die offen stehende Tür, um die Aufmerksamkeit des Paten auf sich zu ziehen. Dieser löste sich nur widerwillig aus seinem Gespräch und deutete auf einen der vor dem Tisch stehenden Stühle. Nori konnte nicht verstehen, was der Pate mit seinem Gesprächspartner besprach, zumal sie des Mandarin nicht mächtig war. Doch es schien sich um ein wichtiges Thema zu handeln, so blieb die Domina beinahe eine Viertelstunde unbeachtet vor dem Paten sitzen, bis dieser endlich geneigt war, sich ihr zuzuwenden.
    
    „Na, kleine Nori? Ich habe dich von Bonian rufen lassen, um ..."
    
    Nori unterbrach ihn wirsch, sprang auf und schlug dem neben ihr sitzenden Unterführer mit aller Kraft in dessen Gesicht. Der vollkommen überraschte Handlanger des Paten kippte vom Sessel und ...
    ... schlug hart auf den Boden. Die Faust der Domina hatte Bonians rechtes Jochbein derart wuchtig getroffen, dass die Gesichtshaut aufgeplatzt war.
    
    „Er will dich töten, Wang. Und er wollte, dass ich ihm helfe!"
    
    Sie zeigte auf den Mann am Boden und trat an ihn heran. Als er sich mühsam aufrichten wollte, stieß sie ihm ihr Schienbein in die linke Seite, sodass er vor Schmerz stöhnend zusammenbrach.
    
    Wang erhob sich, umrundete den Schreibtisch und winkte einen seiner Männer heran, um Nori vor weiteren Gewaltexzessen abzuhalten.
    
    Bonian raffte sich stöhnend auf, zog sich an seinem Stuhl hoch und kam wankend zum Stehen. Nori aber blickte ihn hasserfüllt an, jederzeit bereit, ihm noch übler mitzuspielen, als sie es bereits getan hatte.
    
    „Siehst du, Bonian? dein Verdacht war unbegründet. Nori ist mir bedingungslos ergeben."
    
    Wang trat an seine Domina heran, strich ihr, wie bei einem kleinen Kind, über den Kopf und drückte seine Lippen auf die ihren. Noris Gesicht jedoch blieb regungslos, nichts war darin zu lesen. Vielleicht war sie erstaunt, dass man ihr nicht getraut und sie geprüft hatte? War sie enttäuscht oder gar zornig? Sie beherrschte sich auf bewundernswerte Weise. Oder war sie wirklich nicht mehr in der Lage, so zu fühlen, wie andere Menschen?
    
    Wang betrachtete die Domina nachdenklich. Selbst ihn fröstelte in ihrer Gegenwart, auch wenn sie ihm hörig ergeben war. Der Alte streichelte ihr nochmals voller Genugtuung über die Wangen, dann wandte er sich wieder seinem ...
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