1. Das Bangkok Syndikat 17


    Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... Hause wäre Diskretion selbstverständlich?"
    
    Jasmin warf ihrem Begleiter einen unsicheren Blick zu, dann wandte sie sich mit einer fächelnden Handbewegung wieder an den Ermittler.
    
    „Ach, machen Sie sich da bloß keine Gedanken. Das sind nur ungehobelte Klötze, die ihre Arbeit viel zu ernst nehmen."
    
    Die beiden Besucher folgten der Chefin des Klubs mit unsicheren Blicken in die Kelleretagen, wo Nori vermutlich bereits in einer ihrer Werkstätten auf sie wartete. Am Ende eines langen, im zweiten Untergeschoß gelegenen und von zahlreichen Türen gesäumten Korridors angekommen, öffnete Jasmin schließlich eine Doppeltür, hinter der eine klassische Folterkammer zum Vorschein kam. Nicht nur Chai wurde blass, auch Doktor Katanaa schien diesen Raum augenblicklich mit Nori in Verbindung zu bringen.
    
    „Dort hinter den Vorhängen können Sie sich ausziehen. Die Mistress kommt sicher auch gleich. Wenn Sie etwas brauchen, können Sie mich jederzeit durch das Haustelefon hier erreichen. Viel Spaß, die Herren!"
    
    Heiteres Gelächter folgte freundlichem Lächeln, dann schloss Jasmin die Doppeltür hinter sich und ließ die drei Männer allein.
    
    Chai und Doktor Katanaa blickten sich ratlos an. Was im Namen der Götter sollten sie jetzt tun? Sich ausziehen und auf die Domina warten, während dieses ungehobelte Arschloch dort sie anstarren und sich insgeheim über sie lustig machen würde? Der Detektiv zeigte keinerlei Anstalten, sich zu entkleiden, während die Nervosität des Rechtsanwaltes beinahe ...
    ... im Takt seines Herzschlages zunahm. Nori würde ihn auf die Session vorbereitet erwarten, wenn sie hier erscheinen würde.
    
    „Ich gehe mich umziehen, Herr Na Ajutthaja. Die Herrin wird mir sonst noch übler mitspielen, als sie es ohnehin schon zu tun pflegt."
    
    „Sie haben solche Angst vor ihr?"
    
    Doktor Katanaa nickte und ging auf die gegenüberliegende Seite der Folterkammer, wo grüne Vorhänge ein Separee bildeten.
    
    Chai sah ihn dahinter verschwinden und hockte sich selbst auf eine mit schwarzem Leder bezogene Fesselbank. Der Umstand, dass die Domina ihn so dringend zu sehen wünschte, versetzte ihn mehr und mehr in Anspannung.
    
    Lange hielt es den Ermittler nicht auf seinem Platz. Den Raum entlang der Wände abschreitend versuchte er die Zeit zu verkürzen. Erst als der Anwalt, gänzlich entkleidet seine schmächtige Figur preis gebend und sichtlich unter den angewiderten Blicken des Mafiosos leidend, an ihn herantrat, hielt er inne. Ein kurzer Blick, selbst das Gemächt des Juristen war nicht wirklich beeindruckend.
    
    „Was machen Sie da nur, Doktor?"
    
    Der Anwalt blieb die Antwort schuldig, schien sich vielmehr auf das ihm Bevorstehende vorzubereiten.
    
    Erstaunt beobachtete Chai den Rechtsanwalt, der mit dem Gesicht zur Tür auf die Knie sank, sich mit den Händen auf den Fliesen abstützte und den Kopf dazwischen legte, sodass die Stirn den Boden berührte.
    
    Nach geschätzten fünf Minuten öffnete sich endlich die Tür und Nori betrat den Raum. Wie stets bei ihren Sessions war ...
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