1. Das Bangkok Syndikat 17


    Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... jemand von Wangs Leuten bestechen, um mein Versprechen dir gegenüber noch einhalten zu können. Auch daran solltest du denken."
    
    Chai verstand sie jetzt. Nori schien alles auf eine Karte setzen zu wollen. Und wenn er nicht mitspielte, würde sie kaum noch einen Trumpf in diesem Spiel gegen ihren Paten ausspielen können.
    
    Nori schmiegte ihren Körper wieder an den seinen und drückte seinen Kopf zwischen ihre Brüste. Chai konnte sich nicht dagegen wehren, dieses Spiel zu genießen. Das verzweifelte Wimmern des Anwaltes nahm er in diesem Augenblick nicht mehr wahr, stattdessen spürte er die weiche Haut der Domina und sog den lieblichen Duft, den sie verströmte, tief in sich auf.
    
    „Ich habe noch etwas, Onkel. Wang will morgen in einer Show Alain und Tom sehen. Ich soll beide zur Freude des Publikums richtig kaputt machen. Als Ablenkung, du verstehst? Du entscheidest, wie hart dieses Spiel für die beiden werden wird."
    
    Er wollte sich von ihr lösen, doch Nori drückte seinen Kopf fest an sich und gebot ihm damit, ruhig zu bleiben.
    
    „Sobald Wang weg ist, lasse ich die beiden frei. Ungeachtet dessen, ob es für mich von Nachteil ist."
    
    Sie lockerte ihren festen Griff und ließ den Kopf des Ermittlers frei.
    
    „Und Uaan?"
    
    Nori grinste.
    
    „Verliebt?"
    
    Obgleich die Wangen des Ermittlers erröteten, antwortete er nicht. Die Domina verstand auch ohne Worte.
    
    „Wenn du sie haben willst, auch sie."
    
    Der Detektiv überlegte. Er wollte jetzt noch einmal alles auf eine Karte ...
    ... setzen.
    
    „Ich versuche, einhunderttausend Dollar aufzutreiben, wenn du auch Chris..."
    
    Weiter kam er nicht, Nori stieß ihn von sich weg und wandelte sich binnen Sekundenbruchteilen zu einer tobenden Furie. Ein Tritt ihres rechten Fußes traf ihn über der Hüfte, ein heftiger Hieb mit dem Rohrstock auf seiner Brust. Augenblicklich jagten ungeheure Schmerzwellen durch seinen Körper, doch die Domina kannte kein Halten und prügelte etwa ein Dutzend Male auf ihn ein, während er sich mit den Händen verzweifelt gegen die brutalen Übergriffe zu schützen versuchte und schließlich auf den Boden sank.
    
    „NICHT ÜBER IHN! HÖRST du?!?"
    
    Kaum hatte sie dem Ermittler diese Worte ins Gesicht gebrüllt, wandte sie sich ängstlich zur Tür. Doch diese blieb geschlossen, der Typ mit der Fliegerbrille schien sich an den lautstarken Vorfällen in der Folterkammer nicht weiter zu stören.
    
    Chai aber erlebte eine Hölle, die er sich bislang in seinen schlimmsten Tagträumen nicht vorzustellen gewagt hatte. Seine Haut fühlte sich an, als wäre sie mit einem stumpfen Säbel zerschnitten worden. Nur mit Mühe gelang es ihm, Herr der Schmerzen zu bleiben, gegen sie ankämpfen, um sich nicht in ihnen zu verlieren und zu verzweifeln.
    
    „Steh wieder auf!"
    
    Der Detektiv wollte nicht mehr. Er blieb liegen und hob seinen rechten Arm. Für ihn war dieser Wahnsinn zu Ende.
    
    „Ich möchte jetzt gehen."
    
    Nori schien seine Aussage erst einmal verdauen zu müssen.
    
    „Nein, wirst du nicht!"
    
    Sie packte ihn an den Haaren ...
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