1. Das Bangkok Syndikat 17


    Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... Domina zierten. Feine, scharf geschliffene Metalldornen, die danach zu lechzen schienen, sich ins Fleisch wehrloser Opfer bohren zu können. Aber der seltsame Kasten an Noris Gürtel entging Chais aufmerksamen Blicken keinesfalls, obgleich sich ihm dessen Verwendungsbestimmung nicht offenbarte.
    
    „Arme hoch!"
    
    Erneut wurde Doktor Katanaas Gesicht durch eine schallende Ohrfeige zur Seite gerissen. Die Domina deutete mit ihrem Rohrstock auf zwei Handfesseln, die an einem robusten, in der Höhe verstellbaren Stahlrohr von der Decke hingen. Mit weinerlichem, ja verzweifeltem Gesichtsausdruck schob der Anwalt seine Hände durch die Aussparungen, die von Nori, begleitet von mehrmaligen, klickenden Geräuschen, zugedrückt wurden. Und wieder war der Anwalt der Domina auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
    
    Nori begab sich nochmals zur Wand, streifte ihre Handschuhe über und trat wieder an ihre beiden Opfer heran. Stolz zeigte sie Chai die langen silbernen Krallen an ihren Fingern und die kurzen, spitzen Dornen an den Innenseiten ihrer Handschuhe.
    
    „Hört auf, Mistress Nori! Ich bitte Sie! Lassen sie den Mann doch endlich in Frieden!"
    
    Die Domina spielte die Verwirrte, drückte das Kinn des Anwaltes hoch und zwang ihn, sie anzusehen.
    
    „Möchtest du gehen? Wünsche es dir und ich mache dich augenblicklich los."
    
    Chai sah den überraschten Ausdruck im Gesicht des Juristen, der angestrengt nachzudenken schien. Doch hätte Nori ihn denn gefragt, wenn sie seine Antwort nicht ohnehin ...
    ... schon gekannt hätte?
    
    Doktor Katanaa senkte seinen Kopf und, nach einigen Augenblicken, verneinte schließlich. Gerade so laut, dass Chai ihn noch hören konnte.
    
    Die Domina drehte sich triumphierend zu Na Ajutthaja um. Sie konnte sich jetzt ungestraft an ihrem Opfer auslassen. Der Detektiv aber empfand nur noch Mitleid mit dem Rechtsanwalt, dem nun mit Sicherheit Furchtbares bevorstand. Der Dornenüberzug verlieh dieser Frau ein martialisches, ungemein böses Aussehen, ähnlich einer Mangafigur aus irgendeinem Underworld-Comic.
    
    „Ich weiß genau, wie sehr du dich nach meiner Nähe verzehrst. Nicht wahr, Sklave?"
    
    Nori hob ihre rechte Hand und ließ die silbernen Krallen sanft über die Brust des Anwaltes streichen. Fasziniert beobachtete Chai, dass sich schon jetzt feine rote Striche auf dessen Haut bildeten. Doktor Katanaa nickte traurig und schien sich innerlich bereits auf das Schlimmste vorzubereiten.
    
    Die Domina streichelte ihn weiter mit ihren Krallen, trat so nahe an ihn heran, dass die Stacheln an ihrer Brust seinen Oberkörper berührten.
    
    Chai konnte die Angst des Doktors förmlich greifen. Der Jurist hielt die Augen geschlossen, als schien er zu hoffen, die Schmerzen hierdurch leichter ertragen zu können.
    
    Nori presste ihren Körper nun mit sanftem Druck an jenen ihres Sklaven. Dutzende ihrer Stacheln penetrierten seine Haut, nachhaltigen Schmerz und steigende Panik erzeugend.
    
    Der Ermittler konnte seinen Blick nach wie vor nicht vom Rechtsanwalt und dessen ...
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