1. Das Bangkok Syndikat 14


    Datum: 19.09.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... Gebäude zu betreten.
    
    Ein Blick auf seine Armbanduhr zeigte ihm, dass er bereits geschlagene sieben Stunden ausgeharrt hatte. Zum Glück hatte bislang niemand auf der belebten Straße von ihm Notiz genommen, er hatte Übung darin, unscheinbar zu wirken.
    
    Chais Bilanz sah nicht wirklich positiv aus. Bis auf zwei Frauen in engen, knapp bemessenen Outfits, die einen nackten Mann mit Maske die Straße hoch und wieder herunter geführt, ihn gleich einem Hund sein kleines Geschäft verrichten hatten lassen, hatte es nichts Besonderes zu sehen gegeben. Zwei kleine Lieferwagen waren vorgefahren, ein Elektriker war eingelassen worden, ab und an waren hauptsächlich männliche Zivilisten vorbei geschlendert. Wahrscheinlich Kunden, die ihren Dienst bei einer dieser bösen Frauen abzuleisten gedachten.
    
    Der Detektiv musste sich in seinen Schritt greifen, er bekam nicht zum ersten Mal eine Erektion an diesem Tag. Auch die beiden Frauen mit ihrem Opfer hatten ihn vorhin ungemein erregt. Wieder waren seine Gedanken bei Nancy. Er freute sich sehr auf sie, fieberte dem Zeitpunkt entgegen, an dem er die Domina wiedersehen durfte. Ungläubig schüttelte er über sich selbst den Kopf. Dass er so fasziniert von dieser Szene war, überraschte ihn selbst. Er holte sich einen Tee aus einer kleinen Nudelküche an der nächstliegenden Straßenkreuzung, wollte sich diesen noch genehmigen und in Ruhe überlegen, wie er am besten ins Innere des Gebäudes gelangen konnte.
    
    „Entschuldigen Sie?!"
    
    Chai lehnte ...
    ... sich über die Theke und blickte in den hinter der Bar liegenden Raum. Eine junge Frau, vermutlich indischer Abstammung, stand in der kleinen Küche und rührte in einem der großen Töpfe. Ein Appetit anregender Geruch lag in der Luft, den Na Ajutthajas Magen mit lautstarkem Knurren kommentierte.
    
    Das Mädchen schien höflich zu sein, erweckte einen aufgeschlossenen Eindruck und war zudem als durchaus attraktiv zu bezeichnen. In diesem Moment kam dem Ermittler der Hotelangestellte in den Sinn, bei dem er sich schon zwei Tage lang nicht gemeldet hatte.
    
    „Sie wünschen?"
    
    Die junge, vielleicht zwanzig Jahre alte Frau musterte ihren Gast kurz, ihr fragender Blick verriet deren Ungeduld. Es war sicherlich kein leichtes Unterfangen, gleichzeitig die Küche wie auch den Gastraum im Auge zu behalten.
    
    „Eine Schale Tee bitte. Grünen, wenn du hast."
    
    Der Detektiv warf einen Blick auf die Angebotskarte, die über dem Getränkeregal an der Wand hinter der Theke ausgehängt war. Er schob seine Essensbestellung sofort nach, während die Frau hinter der Bar sich bereits wieder abwandte.
    
    Chai brauchte nicht lange zu warten, es dauerte keine fünf Minuten und der Tee sowie die Schale mit Nudeln und Hühnerfleisch standen vor ihm auf der Theke.
    
    Gerne hätte Na Ajutthaja die junge Frau in ein Gespräch verwickelt, doch die eilte wieder zurück in die Küche und kümmerte sich um ihre Töpfe und Pfannen. Ein stressiger Job, wie der Ermittler mit Kennerblick konstatierte, es blieb ihm zu hoffen, dass ...
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