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Das Bangkok Syndikat 14
Datum: 19.09.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... diese Arbeit auch finanziell entsprechend gewürdigt wurde. Chai verwarf diesen Wunsch wieder. Solche kleinen Geschäfte gehörten meist einem Vater oder einer Mutter, die ihre Kinder schamlos und unbezahlt zum Dienst verpflichteten. Es dämmerte mittlerweile, draußen auf der Straße gingen die Laternen an, die ersten Leuchtreklamen warfen ihren bunten Schein auf das Pflaster. Prostituierte begannen die Gehwege zu bevölkern, Bars und kleine Läden begannen, ihre Waren und Dienstleistungen den Nachtschwärmern anzupreisen. Der Detektiv kannte diesen schnellen Wandel, die Geschäftigkeit war faszinierend wie strapazierend zu gleichen Teilen. Die Ruhe wich einer Vielzahl an Reize und Eindrücken, die jetzt auf Körper und Geist zu wirken begannen. Musik drang von der Straße in das kleine Lokal, gefolgt von den ersten Gästen dieses Abends. Junge Thais, gekleidet in grellen, neonfarbigen T-Shirts und Windjacken verrieten dem bisexuellen Ermittler deutlich deren homosexuelle Neigung. Interessiert beobachtete er die kleine Gruppe und schon bald gliederte sich diese in Pärchen auf, die sich liebkosten und gegenseitig neckten. Wie stets ignorierte man ihn auch heute, niemand nahm ihn bewusst wahr. „Gehen wir jetzt? Es ist fast so weit." Einer der Jungen schien ungeduldig auf etwas zu warten. „Wir haben so viel Geld für dich ausgegeben, da kannst du wenigstens noch warten, bis wir gegessen haben." Die Gruppe brach in Gelächter aus, während sich der gerügte Junge grinsend ...
... anschickte, seinen Sitznachbarn zu füttern. „Hey! Hör auf. Sonst fahr ich wieder nach Hause." „Untersteh dich!" Amüsiert verfolgte Chai den Dialog der jungen Schwulen. Sie trieben ihren Schabernack, nahmen sich gegenseitig mit bissigen Sprüchen aufs Korn und erinnerten den wesentlich älteren Mann schmerzlich daran, wie schwer er es damals hatte, in der Schule Anschluss zu finden. Er hielt sich nicht lange an diesem trüben Gedanken fest und kratzte mit dem Löffel die Reste seines Essens zusammen. „Und Ihr meint, dass das wirklich ein Deutscher ist? Zeigt mir noch einmal sein Foto!" Erschrocken zuckte der Ermittler zusammen. Die letzten Worte des ungeduldigen Jungen hatten sich regelrecht in sein Bewusstsein gebohrt. Einer der Jungen holte sein Smartphone aus seiner Jackentasche und ließ seinen rechten Zeigefinger über den Bildschirm streichen. Kurze Zeit später hing die Traube der übrigen jungen Männer in seinem Rücken und blickte über seine Schultern hinweg auf das Gerät. „Wie groß mag er wohl sein? Einen Meter neunzig?" Einer der Jungen tippte mit zwei Fingern auf das Gerät und zog sie auseinander. Anscheinend wollte er einen bestimmten Ausschnitt des Bildes vergrößern. Ein lautes Lachen erfüllte den Raum. „Da willst du heute noch rein? Schau dir seine Muskeln an! Der kneift dir noch was ab." Für einen kurzen Augenblick verstummten die jungen Männer. Dann klopften sie dem ungeduldigen Jungen, der offensichtlich von ihnen beschenkt worden war, ...