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Das Bangkok Syndikat 16
Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... Onkel. Ich bin neu in diesem Geschäft." Chai lächelte, ging zielstrebig zu seiner Reisetasche, die auf dem kleinen Beistelltisch des Bettes stand, entnahm ihr eine großformatige Tageszeitung, faltete sie auseinander und reichte sie seinem „Neffen". „Hier, für Deinen Einsatz in der Lobby. Du hältst dort bitte die Augen offen und gibst uns sofort Bescheid, falls sie nicht allein kommt." „Ist das nicht ein wenig klischeehaft? Das läuft doch in jedem billigen Agentenfilm so." „Möglich, aber es funktioniert und du kannst dir die Zeit mit lesen vertreiben. Schau einfach über den Rand der Zeitung, dann kannst du sehen, wer das Hotel betritt und wieder verlässt." Arlak seufzte, er wäre gerne bei dem Gespräch mit der Domina anwesend. „Ich komme mir ja fast so vor wie bei Casablanca. Du fängst aber keine Romanze mit ihr an, oder?" Chai lachte, selbst Viktor musste nun schmunzeln. „Ich denke nicht, dass mir eine nähere Beziehung mit dieser Frau so gut bekommen würde. Auch wenn mein letzter Besuch bei ihr durchaus seinen Reiz hatte." Arlak verstand. „Denk besser nicht mehr daran, es lenkt dich nur vom Wesentlichen ab." Der junge Mann blieb an der Tür nochmals stehen und wandte sich zu seinem älteren Freund um. „Was hat dich dazu bewogen, jetzt schon mit ihr zu verhandeln? Wolltest du nicht warten damit?" Chai war diese Frage unangenehm, er fühlte sich von Arlak ertappt. „Diese Frau versteht es einfach, sich im Kopf eines Mannes breitzumachen. ...
... Es würde mich bei der Erledigung meiner Aufgabe ziemlich behindern, wenn ich noch einmal als Kunde in diesen Klub gehen würde. Verstehst du?" Arlak nickte seinem „Onkel" zu, er glaubte es zumindest. Einunddreißigster Tag, später Nachmittag, Bangkok Nori fühlte sich erschöpft und müde. Christians Zustand hatte ihr seit gestern jeglichen Schlaf geraubt. Es überraschte sie selbst, wie sehr sie sich um diesen Mann doch sorgte und wie stark sich ihr Gewissen gemeldet hatte, während sie neben ihm gelegen hatte. Die Thailänderin versuchte sich an Christians Gesicht zu erinnern. Bevor sie zu dem Termin in diesem Hotel aufgebrochen war, war sie beinahe zwei Stunden lang nahezu regungslos neben dem jungen Deutschen in ihrem Bett gelegen. Seine Augen hatten wieder etwas mehr Glanz bekommen und waren ihr gefolgt, sobald sie sich bewegt hatte. Die Domina holte tief Luft, warf einen Blick aus der Seitenscheibe des Busses auf die vorbeiziehende Stadtkulisse der Millionenmetropole und zwang sich an den vor ihr liegenden Termin zu denken. Katanaa hatte ihr Gewissheit gegeben, der Mann, den sie gleich treffen würde, war der Detektiv, der ihr gefolgt war und sie schließlich auch gefunden hatte. Sie mochte es selbst jetzt noch nicht recht glauben. Nori klopfte an die Trennscheibe des Innenraumes, woraufhin der Beifahrer des Kleinbusses sie einen Spalt breit aufschob. „Wie lange brauchen wir denn noch?" Die Stimme der Domina klang autoritär und schneidend. Wangs Exempel an ...