1. Das Bangkok Syndikat 16


    Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... Gedanken, bis er endlich in einen traumlosen Erschöpfungsschlaf fiel. Endlich schien er frei zu sein, wenn er auch das Gefühl hatte, dass sich alles um ihn herum zu drehen begann.
    
    Wie lange er in diesem Zustand auf der Couch gelegen hatte, wusste er nicht. Wie aus der Ferne hörte er das verhaltene Klingeln eines Handys, dann endlich schob er seine rechte Hand in die Hosentasche.
    
    „Ja?!"
    
    Maria Silami sich mit lauter Stimme. Er hatte sich schon seit einigen Tagen nicht mehr bei mir gemeldet.
    
    „Entschuldigen Sie, Sie haben recht."
    
    Die Deutsche klang autoritär und ungehalten. Wahrscheinlich ging ihr Vertrauen in Chai langsam verloren. Er konnte es ihr nicht einmal verdenken.
    
    „Doch, einiges. Ich würde aber ungern am Telefon darüber sprechen."
    
    Chai stöhnte und blickte auf seine Armbanduhr.
    
    „Ich weiß, dass Sie sich sorgen, aber würde nicht morgen ..."
    
    Wie von einer Sturmflut wurde sein Einwand von der Rechtsanwältin hinweggeschwemmt.
    
    „Gut ich, komme. Eine Stunde werden Sie sich aber dennoch gedulden müssen."
    
    Auch er war gereizt und hatte in diesem Moment kein Problem damit, es Maria Silami spüren zu lassen. Soweit es den sozialen Umgang mit seinen Mitmenschen betraf, war Chai an sich ein überaus zuvorkommender Mensch, doch selbst er hatte eine Belastungsgrenze, die nun überschritten war.
    
    Achtundzwanzigster Tag, mittags, Bangkok
    
    „Kommen Sie rein, ich möchte Ihnen jemanden vorstellen."
    
    Frau Silami begrüßte den Privatdetektiv mit einer ...
    ... herrischen Geste, die von ihrem mausgrauen, eng anliegenden Businesskostüm noch unterstrichen wurde. Auch reichte sie ihm nur flüchtig die Hand. Anscheinend glaubte sie ihm nicht, dass er in der Erfüllung seines Auftrages weitergekommen war.
    
    „Das ist Herr Dr. Katanaa, ein Freund, Vertrauter und mein juristischer Vertreter in diesem Land. Er war mir sehr nützlich in den letzten Tagen, gerade wenn es darum ging, nicht den Verstand zu verlieren. Dieses Warten macht mich schier verrückt."
    
    Chai betrachtete den hageren, elegant gekleideten Mann. Er glaubte ihn zu kennen, konnte sich aber nicht erinnern, wo er ihn schon einmal gesehen hatte.
    
    „Na Ajutthaja, es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen."
    
    Der Doktor zeigte die Andeutung einer Verbeugung und reichte dem Detektiv seine, in einem leichten Sommerhandschuh steckende Hand.
    
    „Ein gesundheitliches Übel, verzeihen Sie mir bitte diese Unhöflichkeit."
    
    Chai nickte verständnisvoll, während er Maria Silamis Angebot folgte und in einem bequemen Ohrensessel Platz nahm.
    
    „Sie können Doktor Katanaa gegenüber ganz offen sprechen. Ich vertraue ihm und würde mich gerne mit ihm besprechen, wenn Sie mir Ihre ..."
    
    Sie konnte einen zynischen Unterton nicht unterdrücken.
    
    „... Neuigkeiten mitgeteilt haben."
    
    Chai sammelte seine Gedanken. Er hätte sich zu gerne auf dieses Gespräch vorbereitet, musste er doch sorgsam abwägen, was er Alains Mutter anvertrauen durfte und was nicht. Es würde wohl ein nahezu unmögliches Unterfangen ...
«1234...56»