1. Das Bangkok Syndikat 16


    Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... Natürlich hatte sie ihn gefragt, ob Alain sich in Gefahr befinden würde, doch war er ihrer Frage ausgewichen Wie hatte er sich noch ausgedrückt? „Nein. In keiner direkten."
    
    Die Rechtsanwältin blickte durch das große Doppelfenster auf die belebte Straße. Dieses Land erschien ihr bar jegliches Reizes. Noch hektischer als Deutschland, stinkend und unwirtlich, durch die Angst um ihren Sohn zudem auch noch feindlich.
    
    Was hatte sie bei Alain falsch gemacht? Hatte sie sich etwa nicht genug um ihn gekümmert? Ihm keinen Weg aufgezeigt, den er auf seinem Lebensweg ohne Not und größere Sorgen beschreiten konnte? Er sah gut aus, gab sich Menschen gegenüber stets sanft und zurückhaltend, war respektvoll und höflich zu jedermann. Warum nahm er sich dann kein deutsches Mädchen, sondern trieb sich in asiatischen Bordellen herum?
    
    Immer wieder blickte sie auf die Uhr. Wann kam dieser Mann denn nun endlich? Übelkeit beschlich sie, ein schwer zu definierender Druck in ihrem Magen sorgte zusätzlich für penetrantes Unwohlsein. Ihre Nerven lagen blank, dessen war sie sich bewusst.
    
    Eine halbe Stunde später klopfte es endlich an ihrer Tür. Sie beeilte sich aufzusperren, winkte den Detektiv ungeduldig herein und bat ihn in einem der Sessel Platz zu nehmen.
    
    „Ich nehme an, Sie sind sicher damit einverstanden, auf ausufernde Begrüßungsfloskeln zu verzichten und gleich zur Sache zu kommen!?!"
    
    Die Rechtsanwältin musterte ihren Besucher mit einem kurzen Blick. Er sah abgekämpft und müde ...
    ... aus. In seinem Gesicht spiegelte sich eher Sorge wider, denn Hoffnung.
    
    „Sie sollten mich nicht über Gebühr auf die Folter spannen, mein lieber Herr Na Ajutthaja. Ich muss zugeben, dass ich schön langsam an meinem Limit angelangt bin, soweit es Geduld und Zuversicht betrifft."
    
    Der Detektiv rieb sich mit beiden Händen über die Wangen und nickte.
    
    „Sie sind gereizt, Frau Doktor Silami, ich bin es ebenfalls. Wollen wir uns bitte zumindest auf ein Mindestmaß an Höflichkeit einigen?"
    
    Die Rechtsanwältin schien zunächst überrascht über die Entgegnung des Ermittlers, nickte ihm dann aber mit einer kurzen Kopfbewegung zu. Na Ajutthaja rang sich ein Lächeln ab und begann seiner Auftraggeberin von den Forderungen der Domina zu berichten. Er erzählte kurz über den Verlauf seiner Verhandlungen mit dieser Frau, ließ kompromittierende Details aber bewusst außen vor. Auch die Bilder dieser Nori wollte er nur dann verwenden, wenn es unbedingt sein musste.
    
    „Diese Frau stellt zwei grundlegende Forderungen an uns. Sie möchte einerseits aus der Abhängigkeit ihres Paten heraus und andererseits, dass einer von Alains Freunden, Christian ist sein Name, bei ihr bleibt."
    
    Die Rechtsanwältin staunte. Sie hatte mit allem gerechnet, nicht aber, dass man sich mit der Mafia anlegen und einen der Jungen in den Fängen einer Verrückten lassen würde müssen.
    
    „Mein lieber Herr Na Ajutthaja, wie könnte diese Wahnsinnige so etwas von uns verlangen? Mein Mann ist Arzt und ich Juristin, weder er noch ...
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