1. Das Bangkok Syndikat 16


    Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... widerstrebten ihm zutiefst. Hatte er diesen Mann nicht in aller Freundlichkeit empfangen?
    
    Chai spürte den Unmut des Diplomaten deutlich und lenkte schließlich dagegen.
    
    „Glauben Sie mir bitte, wenn ich Ihnen sage, dass diese Sicht der Dinge nicht unbedingt die meine ist. Aber Frau Doktor Silami wird vor nichts zurückschrecken, was zur Befreiung und Rückkehr ihres Sohnes beitragen könnte."
    
    „Gut! Wie kann ich Ihnen also helfen?"
    
    „Bestellen Sie den Minister für Fremdenverkehr und Tourismus ein. Informieren Sie ihn über die Lage und teilen Sie ihm mit, dass Wang die Verantwortung für die Entführung der drei Deutschen trägt. Verlangen sie vom Minister die umgehende Bestrafung des Verantwortlichen, aber auch die diskrete Abwicklung aller Aktionen in dieser Richtung. Berufen Sie mich als ihren Beobachter und Sachverständigen in dieser Sache, ich werde dafür sorgen, dass alles zufriedenstellend verlaufen wird."
    
    „Und was ist mit dieser Domina? Sie wollen sie doch nicht wirklich ungestraft davonkommen lassen?"
    
    Chai dachte an Mistress Nori. Wie gerne würde er sie hinter Gittern sehen, eine für sie sicher ungewohnte Perspektive.
    
    „Das ist nicht meine Aufgabe, Herr Doktor. Es würde meinen Ruf bedenklich schädigen, wenn bekannt werden würde, dass ich eine der Verhandlungsparteien in Schwierigkeiten gebracht habe. Sie verstehen, worauf ich hinauswill? Wenn diese Nori aber einige Wochen oder Monate später zur Verantwortung gezogen werden würde, hätte ich sicherlich ...
    ... keinerlei Bauchschmerzen damit."
    
    Der Botschafter wischte sich den Schweiß von der Stirn. Ihm behagte diese Sache in keiner Weise. Dieser kleine, lästige Thailänder störte seine Amtsgeschäfte in anmaßender und für ihn demütigender Art und Weise. Dennoch musste er ihn wohl oder übel gewähren lassen. Er selbst war schon einmal wegen diverser Eskapaden in Verruf geraten, würde er diese Angelegenheit nicht still und leise erledigen, könnte seine eigene Position auf tönernen Füßen stehen.
    
    „Mein lieber Herr Na Ajutthaja, ich ärgere mich sehr darüber, dass man mich in diese Angelegenheit derart involviert. Ich will aber dennoch sehen, was ich für Sie und die drei jungen Männer tun kann. Sollten wir allerdings in unseren Bemühungen scheitern, werde ich jede Mithilfe, die außerhalb meiner offiziellen Handlungsbefugnis liegt, leugnen. Wir haben uns verstanden?"
    
    Der Detektiv musste sich ein Grinsen verkneifen. So integer und selbstbewusst, wie sich dieser Deutsche ihm gegenüber gezeigt hatte, schien er dann wohl doch nicht zu sein.
    
    „Sofern Sie sich dieser Angelegenheit unverzüglich annehmen werden, habe ich keinerlei Bedenken hinsichtlich des positiven Ausgangs derselben. Wissen Sie, wir Thailänder wussten die Prioritäten unseres Handelns schon immer richtig zu setzen, gerade im Zusammenhang mit Ausländern."
    
    Doktor Sievers stand auf und geleitete seinen Gast mit eingefrorener Miene zur Tür.
    
    „Das wollen wir für uns alle inständig hoffen, mein lieber Herr Na Ajutthaja. ...
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