-
Das Bangkok Syndikat 16
Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... zu erreichen." Nori musste sich zusammenreißen. Sie hasste es, wenn man sie unter Druck setzte und sie sich der Wirkung dieser Drohungen nicht entziehen konnte. „Du wirst allein sein, wenn ich zu dir komme! du kannst dir bis dahin überlegen, ob du meinen Dienst in Anspruch nehmen willst oder nicht. Und jetzt gib mir deine Adresse!" Der Ermittler zeigte sich einverstanden. Auch diese Runde hatte er für sich entschieden. Dreiundreißigster Tag, morgens, Bangkok „Herr Na Ajutthaja? Dr. Sievers empfängt sie jetzt." Der Detektiv erhob sich und folgte der Botschaftsangestellten, die ihn in die Amtsräume des Chefdiplomaten führte. Dass der Botschafter sich so früh und spontan bereit erklärt hatte, ihn zu empfangen, war sicher dem vorangegangenen Anruf seiner Auftraggeberin geschuldet. Der Ermittler gedachte Frau Doktor Silami auch als Druckmittel einzusetzen, falls der Diplomat seine Mithilfe verweigern sollte. Er verwarf den Gedanken, schämte sich selbst, wie schnell und oft er in letzter Zeit in diese Rolle gefallen war. War es dieser Fall, der ihn derart aggressiv denken ließ? Färbte diese Domina etwa auf ihn ab? Es war völlig absurd, weitere Gedanken in diese Richtung zu verschwenden. „Verbindlichen Dank für Ihren geschätzten Besuch, werter Herr Na Ajutthaja! Es freut mich sehr, dass sie mich an Ihren Fortschritten in dieser delikaten Angelegenheit teilhaben lassen. Frau Doktor Silami hat mir gegenüber am Telefon ja schon einiges durchblicken lassen ...
... und ich muss eingestehen, dass ich hinsichtlich der Entwicklung in dieser leidlichen Sache sehr überrascht bin." Der Botschafter bot dem Ermittler einen Sessel an und setzte sich ihm gegenüber. „Wollen Sie mir bitte mitteilen, wie Sie die Situation aus heutiger Sicht einschätzen. Ich möchte mir selbst ein Bild machen, um die Sachlage etwas differenzierter betrachten zu können." Chai versuchte, seine Ermittlungen und die Verhandlungen mit der Domina in wenigen Sätzen zu verpacken. Der Botschafter hingegen unterbrach ihn immer wieder mit Zwischenfragen und hielt sich teilweise an kleinen, unwichtigen Nebensächlichkeiten fest. „Die Mafia? Und ich soll Ihnen dabei helfen, Druck auf die hiesige Justiz auszuüben, damit man Wang aus den Verkehr zieht?" Doktor Sievers reagierte sichtlich verblüfft, als Chai seine Frage mit einem Nicken bejahte. „Sie scheinen das wirklich ernst zu meinen, nicht wahr?!? Zunächst dachte ich, Sie würden sich einen Scherz erlauben." „Ich glaube, der Ruf Ihres Landes, aber auch jener der deutschen Touristen würde großen Schaden nehmen, wenn die hiesige Presse, aber auch die in Ihrem Land die Sache ausschlachtet. Abgesehen davon, dass es sich mit Sicherheit auch denkbar negativ auf den Tourismus auswirken würde, wenn man von Thailand nur noch als Bordell für die Perversen Europas, Australiens und Amerikas spricht. Oder sehen Sie das etwa anders, Herr Doktor Sievers?" Der Botschafter runzelte die Stirn. Die Worte des Ermittlers ...