-
Das Bangkok Syndikat 16
Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... wieder und wieder angetan hatte. War dies der Zeitpunkt in seinem Leben, da er sich zu seinen Schandtaten bekennen sollte? Reue zeigen? Buße tun? Long erinnerte sich an eine katholische Mission in seinem Dorf. Nein! Dieser Gedanke kam ihm zu lächerlich vor. „So, da bin ich wieder. Ganz schön schwer dieses Ungetüm." Long hob seinen Kopf und verfolgte die Anstrengungen der Domina, die sich mit einem schweren roten Schlauch sichtlich abmühte. Ihr Kampf mit diesem Ding hatte für den Chinesen beinahe etwas Amüsantes. Doch dieser kurze Moment der Genugtuung währte nur kurz, als ihn auch schon ein kalter, harter Wasserstrahl zwischen den Beinen traf. Ein verzweifeltes Aufkreischen, dann ließ die Domina den Strahl weiter nach oben wandern. Vierunddreißigster Tag, abends, Bangkok Die letzte Nacht war Chai ohne Schlaf geblieben und auch der heutige Tag hatte für ihn bislang wenig Erfreuliches zu bieten gehabt. Botschafter Doktor Sievers hatte Wort gehalten und mächtig Druck ausgeübt, widrigenfalls sich wohl kaum ein Staatssekretär derart schnell bei ihm gemeldet hätte. Das Gespräch war für morgen Mittag anberaumt worden, hoffentlich konnte er die Anwesenden dazu bewegen, möglichst rasch gegen diesen Wang tätig zu werden. Leicht würde es mit Sicherheit nicht werden, nach allem, was er über den Paten in Erfahrung bringen konnte, war dieser bestens vernetzt und zudem äußerst gefürchtet. Dennoch, der Weg war eingeschlagen, ein Zurück gab es nun nicht mehr für ihn. In dieser ...
... heiklen Angelegenheit durfte es einfach keinen Fehlschlag geben, widrigenfalls wohl ernsthafte Auswirkungen auf sein eigenes Leben zu befürchten wären. Vielleicht war ihm nach dieser ersten, näheren Expertise die Gefahr für ihn selbst zum ersten Mal so richtig bewusst geworden. „Bist du sicher, dass ich nicht bleiben soll?" Chai sah zu dem großen Kasachen hinüber, der in der Wohnungstür stand und ihn mit einiger Sorge musterte. „Bleib einfach auf Abruf. Die Verbindung ist da?" Viktor nickte und deutete auf versteckte Kameras, die er im Raum verteilt hatte. „Ich sehe alles und hören kann ich dich auch." Der Leibwächter fummelte nochmals an seinem rechten Ohr herum, in dem sich ein diskreter Hörer befand „Mach nochmals das Geräusch!" Chai ließ ein nasales Röcheln hören, das er selbst mit geschlossenem Mund für den Hünen gut hörbar verlauten lassen konnte. „Gut. Alles klar. Dann bin ich jetzt drüben. Pass gut auf dich auf!" Als Chai an das letzte Treffen mit der Domina dachte, krampfte sich sein Magen zusammen. Wie schnell sie Arlak und ihn doch überwältigt hatte. Diese Frau hatte eine Flutwelle der Brutalität über sie hereinbrechen lassen, der die beiden nichts entgegenstellen konnten. „Viktor!" Der Leibwächter hatte gerade die Tür ins Schloss gezogen, den Ermittler aber noch gehört. „Sie wird mit dir rechnen." Der Kasache nickte. „Ich weiß. Wir doch mit ihr auch." Er lachte. „Wird schon alles gut werden, schließlich braucht Ihr ...