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Das Bangkok Syndikat 16
Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... jemand je wieder etwas von ihnen gehört oder gesehen." Doktor Sievers, der sich bislang jeglicher Wortspende enthalten hatte, nickte Maria Silami entschlossen zu. „Wir können Amtshilfe leisten. Die Bundesrepublik verfügt über bestens ausgebildete und erfahrene Sicherheitskräfte, die auf Geiselnahmen spezialisiert sind." Chai hingegen schüttelte fassungslos den Kopf. „Und Sie wollen dieses Risiko tatsächlich eingehen? Jetzt, wo wir etwas Licht ins Dunkel gebracht haben und die Jungs zum ersten Mal nicht mehr in direkter Gefahr schweben?" Alains Mutter kochte vor Wut. Sie wollte nicht mehr warten. Man wusste, wo sich ihr Junge aufhielt, in welchen Zustand er war und auch, dass er auf ihre Hilfe wartete. Und sie sollte weiter in ihrem Hotelzimmer hocken und auf ein Wunder hoffen? Sie warf Na Ajutthaja einen bösen Blick zu. Was glaubte dieses Frettchen eigentlich, wie lang man sich noch gedulden müsste? Zwei Wochen, oder gar drei vielleicht? Er hatte die Korruption in diesem Lande erwähnt. Möglicherweise tätigte er selbst auf diese Art seine Geschäfte? Wie viel Tausende Euro hatten sie und ihr Mann bereits aufgewendet? Dreißig? Vierzig vielleicht? Wie viel sollten es noch werden, bis er und seine Freunde endlich genug hatten? Sie blickte in die Runde der anwesenden Männer, wirklich Vertrauen wollte sie aber keinem von ihnen. Ihr Blick blieb für einen Augenblick auf ihrem Berufskollegen ruhen. Okay. Ihm tat sie mit ihrer Einschätzung möglicherweise unrecht. ...
... Wie hätte sie bloß die letzten Tage und Wochen überstanden ohne ihn? „Nun? Wie wollen wir also verbleiben? Soll ich weitermachen? Oder wollen Sie ihren Sohn und dessen Freunde mit einer Aktion gefährden, die vielleicht die Sache als solche beendet, aber sicher nicht so, wie Sie und der Herr Botschafter es wünschen." Aus Chais Worten klang dessen Verbitterung durch. Eine falsche Entscheidung hier und jetzt würden all seine Bemühungen mit einem Schlag konterkarieren. Fünfunddreißigster Tag, abends, Bangkok Wanda sah an diesem Tag bereits zum vierten Mal nach Long. Sie hatte seine Hände hinter dem Rücken gefesselt und an einer Öse fixiert, die in einen hellbraunen, breiten, um seine Hüften verlaufenden Ledergürtel eingearbeitet war. Den stählernen Ring, der seinen Hals umschloss, war mit einer Kette an der Decke fixiert und zwang ihn stehenzubleiben, wenngleich seine Glieder schmerzten und er sich gern niedergelegt hätte. Lediglich seinen Kopf konnte er zumindest so weit bewegen, dass er sich im Raum umsehen konnte. Überhaupt erweckte er bei Wanda einen völlig erschöpften Eindruck, sie fand es an der Zeit, ihn aus seiner unbequemen Lage zu befreien. „Na? Wie hängt es sich? Geht es dir gut?" Long hörte den Hohn in ihrer Stimme und versuchte, gleichgültig zu wirken. Stattdessen starrte er auf den tiefen Ausschnitt der Malaiin und grinste ihr dann frech ins Gesicht. Wanda folgte seinem Blick, legte ihren Kopf in den Nacken und lächelte ihn an. Sie schien sich ...