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Das Bangkok Syndikat 16
Datum: 26.11.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... handeln würde. „Selbst jetzt zögern Sie noch? Was brauchen Sie denn noch für Beweise, verdammt noch mal?" Maria Silami schrie den Ermittler ihre aufgestaute Wut und maßlose Enttäuschung ungehemmt entgegen. Die tiefe Verachtung und Aggression in ihrer Stimme waren nicht zu überhören. „Sie waren nicht dort, Frau Doktor Silami, ich aber schon. Die Jungen werden dort in einem Keller festgehalten, der nur schwer zugänglich ist. Dazwischen gibt es viele verschlossene Türen, die einen schnellen Zugriff der Polizei verhindern. Wang hat immer einige Schergen vor Ort, die ihn vertreten und sofort eingreifen werden, wenn es nötig wird. Und sie hätten mehr als genug Zeit und ohne Zweifel auch die Möglichkeiten, um unsere Jungs so verschwinden zu lassen, dass man sie niemals wiederfinden könnte." Chai erhob sich und näherte sich Maria Silami. Sein Gesicht offenbarte die Sorge ob ihrer Reaktion. „Glauben Sie mir bitte, Frau Doktor. Lassen Sie mir weiterhin freie Hand und ich werde ihren Jungen und seine Freunde befreien. Im Moment sind sie in Sicherheit und es passiert ihnen nichts. Das kann ich ihnen versichern. Ihre Befreiung will gut geplant sein und meine Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Bitte! Überstürzen Sie jetzt nichts! Bringen Sie die Jungs nicht unnötig in Gefahr, gerade jetzt, wo wir allein ihr Schicksal in der Hand haben." Die Rechtsanwältin hasste Na Ajutthaja in diesem Moment. Nichts als ein feiger Hund schien er zu sein, der lediglich seine ...
... eigenen Interessen und die seines Landes vor Augen hatte. Nur nichts nach außen dringen lassen, keine Gewalt, womöglich noch nicht einmal den wohl unumgänglichen polizeilichen Großeinsatz. Vielleicht würde man ja den einen oder anderen Politiker in diesem Bordell erwischen? Fragend blickte sie dem Botschafter ins Gesicht. Der hatte ihr angeboten, bei der jetzigen Lage Druck auszuüben. Auch er hatte größtes Interesse, die Angelegenheit schnell zu erledigen. Gerade jetzt, da er etwas in der Hand hatte, um seine Entschlossenheit zu demonstrieren. „Wenn ich auch ein paar Worte zu diesem Thema einwerfen dürfte ...?" Doktor Katanaa, der das Gespräch schweigend aber aufmerksam verfolgt hatte, erhob sich und trat hinter den Sessel, in welchem die befreundete Rechtsanwältin Platz genommen hatte. „Ich kann Sie gut verstehen, Maria. Sie wollen Ihren Jungen möglichst schnell aus seiner misslichen Lage befreit sehen, ihn wieder in Ihre Arme schließen und in Deutschland in Sicherheit wissen. Doch ich gebe unseren Freund hier recht. Die Mafia ist gut vernetzt in diesem Land, ihre Krakenarme reichen bis in die höchsten Regierungsstellen hinauf. Wahrscheinlich würde schon mit der Einsatzbesprechung im Hauptquartier der Bangkoker Polizei auch das betreffende Kartell davon erfahren. Und dann wird man kein Risiko eingehen und jeglichen Verdacht tilgen, der es belasten könnte. Wir hatten so etwas in der Vergangenheit schon öfters. Da sind über Nacht Dutzende Menschen verschwunden und nie hat ...