1. Die Rettung unserer Ehe


    Datum: 01.12.2022, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: bykleinaberfein

    ... eine ernste Sache. Daran sind schon viele Ehen zerbrochen. Glaube ich jetzt bei Euch nicht, dafür seid Ihr beide zu stabil. Aber es nimmt zu viel Energie weg, wenn der Status so ungeklärt ist.'
    
    Das konnte ich gut nachvollziehen. Die Energie fehlte mir wirklich. Ich war schlecht drauf, habe oft schlecht geschlafen und freute mich nicht mehr wie früher auf jeden neuen Tag. Natürlich habe ich sofort nachgefragt, wo denn dann die gute Botschaft überhaupt sein kann. Darauf hat sie mich angelächelt und gesagt:
    
    ‚Die gute Nachricht ist, dass Du alles selber in der Hand hast. Du kannst entweder eindeutig und ein für alle Mal klarmachen, wo Deine Grenzen sind. Dann ist das Thema durch. Und Klaus ist so stark und geerdet, der kommt mit der Ansage klar, glaub mir. Oder Du beschließt, selber auf Entdeckungsreise zu gehen. Das heißt: Du findest für Dich heraus, ob es nicht doch noch ein paar Ecken und Enden im Reich der Liebe gibt, die Du mal besuchen möchtest. Nur besuchen. Und wenn Du bei diesen Besuchen etwas entdeckst, was Dir gefällt, kannst Du mit Klaus einen Deal verhandeln: Wenn Du mir das gibst, bekommst Du jenes von mir. Und umgekehrt. Beides ist eine gute Lösung. Aber wenn Du mich nicht nur als Freundin, sondern als Frau und Therapeutin fragst: Ich rate zur zweiten Option.'
    
    Ich muss ziemlich belämmert geguckt haben. Abstrakt leuchtete mir das irgendwie ein. Aber ich bekam die Kurve einfach nicht. Ich war ja sicher, dass ich genau wusste, was mir im Bett gefiel und ...
    ... was nicht. Den Einwand hatte Marlene aber schon erwartet. Sie hat mir dann erklärt, dass es so etwas wie zwei Arten von Gewissheit gibt: die scheinbare Sicherheit, die entsteht, wenn man sich an einigen wenigen bekannten Eckdaten ausrichtet und die ‚tiefe Sicherheit', die man erst erwerben kann, wenn man ganz viel erlebt, erfahren und verarbeitet hat. Und dann hat sie völlig ohne Vorwarnung gefragt:
    
    ‚Wie oft machst Du es Dir eigentlich selbst?'
    
    Normalerweis hätte mich die Frage umgehauen. Das ist so intim. Da hätte ich mit niemandem darüber geredet."
    
    „Nicht einmal mit mir."
    
    „Genau. Nicht einmal mit Dir. Aber das Gespräch mit Marlene war so offen und vertraut, dass ich gar keine Probleme hatte, ihr zu antworten: Dass ich es mir eigentlich extrem selten selbst mache. Fast nie. Weil Selbstbefriedigung für mich in einer funktionierenden Partnerschaft gar nicht nötig ist. Im Gegenteil: Wenn ich es mir regelmäßig selbst mache, wäre das für mich doch die Bestätigung, dass es mit uns im Bett nicht stimmt. Aber so war es ja nie. Alles was wir gemacht haben, war ja wunderschön für mich. Auch immer mit Höhepunkt und so. Mehr brauchte ich ja gar nicht.
    
    Marlene meinte nur, so etwas Ähnliches hätte sie sich schon gedacht. Dann hat sie mich als nächstes gefragt, wie ich aufgeklärt wurde. Na ja, Du kennst ja Deine Schwiegereltern und kannst Dir vorstellen, dass über das Thema Sex bei uns zuhause nie offen gesprochen wurde. Meiner Mutter war das Aufklärungsgespräch damals auch ...
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