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Kiss the Cook Kapitel 01
Datum: 08.01.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... einfach nur blöde!" Mit diesem Kommentar stand sie auf, ließ ihr halb angekautes Toast auf dem Teller liegen und ging wieder in ihr Reich. Ich räumte alles weg, macht noch klar Schiff und ging in Richtung meines Arbeitszimmers. Im Flur kam ich an einem großen Spiegel vorbei und sah wie zufällig hinein, stelle mich frontal davor und betrachtete mich, um mich danach im Profil anzusehen. Eigentlich war noch alles gut in Schuss, fand ich und pfiff auf die angedeutete Meinung meiner Tochter. Ihr Idealbild eines Mannes sah sowieso aus wie ein Hardrock Star aber damit konnte ich nicht dienen. Ich empfand die langen Haare dieser Jungs als zu pflegeintensiv. Bis zu einem Zenitmeter länge ging noch, alles drüber war für mich zu viel. Die einzigen Nachteile waren, dass es, wenn es regnete, einem die Tropfen direkt auf die Kopfhaut fielen oder, wenn die Sonne schien, die Strahlen. Ansonsten nur Vorteile. Saß, war windschnittig und nach dem Duschen schnell trocken. Gegen diese Argumente kam man nicht an. Aber egal, ich musste nicht so rumlaufen, und wenn Christina darauf stand, sollte sie sich so einen suchen. In meinem Arbeitszimmer angekommen checkte ich erst einmal meine E-Mails. Wie immer waren es viele und ich musste eine schnelle Entscheidung treffen, welche ich las und welche sofort auf die Datenmülldeponie kamen. Es war nicht leicht, aber mit der Zeit entwickelte man ein Gespür dafür. Fanpost beantwortete ich nur, wenn sie außergewöhnlich war, sonst bekamen die ...
... Fans vorgefertigte Dankesschreiben, von denen ich jede Woche ein neues verfasste. Damit konnte ich in den meisten Fällen ein Doppeltes vermeiden. Jeder sollte sich halbwegs individuell angesprochen fühlen. Anders ging es nicht. Wenn ich jede Mail beantwortet hätte, wie derjenige es verdient hätte, dann käme ich nicht mehr zum Schreiben und der Tag müsste dreißig Stunden haben. Was mich allerdings ärgerte, waren Bittschreiben, da ich als erfolgreicher Schriftsteller schließlich Millionen im Keller hortete. Ich weiß nicht, was die Menschen glauben, was man als Schriftsteller verdient, aber Millionen hätte ich selber gerne im Keller. Dass soll nicht heißen, dass ich nicht zufrieden gewesen wäre, im Gegenteil. Ich hatte mir ein großes Haus mit einem wunderschönen Außenpool im Garten kaufen können. Was wollte man mehr. Solche Schreiben wurden gleich gelöscht. Außerdem, wenn ich so viel verdienen würde, dann hätte ich eine Sekretärin, die all meine E-Mails bearbeitet und löscht. Aber die hatte ich nicht. Zum Schluss hatte ich noch eine kleine Auswahl an E-Mails übrig, die ich mir genauer ansehen wollte. Für diese nahm ich mir die ersten zwei Stunden des Tages Zeit. Es war interessant, was einige wenige Menschen für Mails schrieben. Besonders die mochte ich unheimlich, die konstruktive Kritik übten, was nicht leicht war. Sie wiesen zum Beispiel darauf hin, wenn in einem meiner Werke etwas nicht logisch war. Schon komisch das mir das nicht auffiel und meinem Lektor ...