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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... erstaunt. „Nur weil ich melken kann? Das kann jeder Finanzbeamte auch. Aber sonst habe ich keinen Schimmer von der Landwirtschaft." Marlies fing bei diesem Vergleich an, schallend zu lachen und Robert musste sie stützen, um sie vor einem Sturz zu bewahren. Sie lehnte sich an ihn und wieder spürte er wie sein Verlangen nach dieser Frau immer mehr wuchs. Er hielt sie sanft in seinen Armen und wollte sie am liebsten nie wieder loslassen. Sie machte sich zögernd aber bestimmt frei. „Komm, nicht trödeln jetzt, ein paar müssen noch versorgt werden und ich bekomme langsam Hunger." * Eine halbe Stunde später war alles geschafft. Die Kühe standen in ihren Boxen, das Werkzeug war gesäubert und weggeräumt und Marlies und Robert gingen auf das Wohnhaus zu. Wie aus Versehen hatte sie wieder seine Hand genommen und hatte das auch gar nicht bemerkt. Erst an der Eingangstür stellte sie es fest und wollte sich entschuldigen. Robert schüttelte den Kopf und jetzt legte er seinen Zeigefinger auf ihre Lippen. „Sag bitte nichts, Marli. Dafür bin ich ja da. Es hat mir gut getan und es war schön, dich zu spüren." „Wo möchtest du essen, Robert? Drinnen oder draußen?" „Bei dem schönen Wetter gerne draußen, wenn es dir nichts ausmacht. Kann ich dir etwas helfen?" Marlies hielt erstaunt ein. „Wie jetzt, beim Essen machen?" „Natürlich", erwiderte er. „Was gibt es denn?" „Ich dachte an Steaks mit Bratkartoffeln, oder?" „Prima, soll ich Salat ...
... machen?" „Waaaas, das kannst du????" „Natürlich, zuhause muss ich doch auch für mich kochen. Es macht mir sogar Spaß." Marlies schüttelte erstaunt den Kopf. „Der Mann macht mich fertig", murmelte sie leise und dann lauter, „mein Mann lässt sogar das Kaffeewasser anbrennen, wenn ich nicht aufpasse." Und wieder leise: „Wenn er doch ein bisschen so wie du wäre, das wäre schön." Robert hatte zwar gehört, was sie leise gesagt hatte, enthielt sich aber eines Kommentars. Es schien ihm nicht angebracht, sich dazu zu äußern. * Er half den Tisch auf der Veranda zu decken, dann setzten sie sich gegenüber und langten kräftig zu. Es schmeckte hervorragend und Marlies lobte Roberts Salat. Als sie fertig waren, wurde es doch langsam dunkel. Durch ihre gute Unterhaltung und das reichliche Essen hatten sie gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergangen war. Er half ihr noch beim Abräumen und während sie die Spülmaschine einräumte, holte er auf ihren Wunsch zwei Flaschen Bier aus dem Kühlschrank. „Gläser?", fragte er. „Nö, aus der Pulle", war ihre Antwort. Er setzte sich wieder auf seinen Platz auf der Bank. Marlies kam aus dem Haus, schaute ihn an und nahm ihr Bier. Sie stellte sich neben ihn. „Ruck a Stuck!", forderte sie ihn auf. Er tat wie ihm geheißen, sie setzte sich seufzend neben ihn und lehnte sich an seine Seite. „Das tut gut. Endlich Feierabend, ein kühles Bier und angenehme Gesellschaft." Robert legte seinen Arm um ihre Schulter, sie kuschelte sich ...