1. Eigentlich wollte sie nur . . .


    Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... an ihn.
    
    „Halte mich warm, Robert, wenn mir kalt wird", meinte sie und ein Blick, der ihm durch und durch ging, lies ihn leicht erschauern. Er streichelte zärtlich ihren Oberarm und ihr Atem wurde ruhiger und ging in ein leichtes, wohliges Schnurren über.
    
    *
    
    Mit der Zeit, als sie schon eine geglaubte Ewigkeit da saßen, wurde es richtig dunkel und kälter. Sie gingen ins Haus und Marlies war müde und wollte in ihr Bett. Sie hatte einen langen Tag und viel Arbeit gehabt. Robert bekam einen kleinen Gutenachtkuss und brachte Marlies ganz Gentleman bis zu ihrer Schlafzimmertüre und wünschte ihr eine gute Nacht.
    
    „Bitte dränge mich nicht, Robert, ich bin noch nicht zu mehr bereit. Sei mir bitte nicht böse."
    
    „Natürlich bin ich dir nicht böse, Marli, warum sollte ich? Ich respektiere deine Grundsätze und werde nicht daran rütteln. Schlaf gut und träume was Schönes und morgen sehen wir weiter."
    
    Er küsste sie noch einmal sanft auf die Stirn.
    
    Dann ging er in sein Zimmer, zog seine kurze Schlafanzughose an, für mehr war es zu warm und setzte sich auf die Bettkante. Aber er konnte noch nicht schlafen.
    
    Es war ein schöner, angenehmer Abend gewesen. Er hatte das Essen genossen und die Gespräche mit Marlies waren sehr aufbauend gewesen. Und sie hatte ihn erregt, ach was, aufgepeitscht hatte sie ihn. In ihrer Nähe erwachten in ihm Gefühle, die er seit Jahren nicht mehr gehabt hatte und die er sehr vermisst hatte.
    
    Er spürte immer noch ihren Kopf an seiner Schulter ...
    ... liegen, ihren ganz eigenen und erregenden Duft in seiner Nase. Er roch noch ihre Haare, hörte ihr Lachen und spürte den Druck ihrer Hand in seiner. Seine Gedanken kamen einfach nicht zur Ruhe. Was würde morgen wohl sein?
    
    Schließlich legte er sich hin und es dauerte eine ganze Weile, bis er doch einschlief.
    
    Er hatte wirre Träume und erst als er träumte, dass sich Marlies zu ihm legte und er sie in seine Arme schloß, wurde er ruhig, entspannt und schlief zum ersten Mal seit langer Zeit tief und fest.
    
    *
    
    Liebe!
    
    Robert wachte auf, als der erste Schimmer des neuen Tages durch die Gardinen schien. Er blinzelte und allmählich nahm er seine Umgebung wieder bewußt wahr.
    
    Aber irgend etwas war anders.
    
    Eine Hand lag auf seiner Brust und diese Hand war nicht die seine.
    
    Marlies!
    
    Irgendwann musste sie in der Nacht trotz all ihrer guten Vorsätze zu ihm ins Bett gekrochen sein. Und jetzt lag sie auf seinem rechten Oberarm und ihr regelmäßiger, ruhiger Atem blies einen warmen Luftstrom in seine Achselhöhle. Sie hatte die Augen geschlossen und schlief noch.
    
    Es war hell genug, so dass er sie genau ansehen konnte.
    
    Ihr Gesicht war entspannt und ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. Sie musste etwas Schönes träumen, denn sie murmelte leise und für ihn unverständlich und undeutlich gegen seinen Arm, lag aber gelöst und ruhig da.
    
    Ein kleines rotes Teufelchen saß auf seiner rechten Schulter und lies ihn sanft aber stetig gegen ihr rechtes Ohr blasen, während das ...
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