1. Eigentlich wollte sie nur . . .


    Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... sie ihre Sachen zusammen. Sie schüttelten die Textilien kräftig aus; nicht dass Ameisen sich dort eingenistet hatten.
    
    Dann packten sie die Kameras zusammen, die wahrscheinlich verhindert hatten, dass sie entdeckt wurden.
    
    Als sie aus dem Wald fuhren, bemerkte Robert eine Bewegung am Rain, der Grenze zum Waldrand.
    
    „Deckung!", zischte er und Marlies lies sich im Sitz nach unten rutschen.
    
    Er winkte Familie Bernauer freundlich zu und beschleunigte leicht.
    
    „Zweimal Glück gehabt, beinahe hätten sie dich doch noch entdeckt. Den Liebenden ist das Glück hold", wandelte er einen alten indischen Spruch um.
    
    Marlies rappelte sich im Sitz nach oben.
    
    „Schwein gehabt, sprach das Ferkel, als es dem Metzger entkam und sprang in den Wurstkutter", flachste sie.
    
    Robert lachte, denn den Spruch kannte er noch nicht.
    
    *
    
    Auf dem Hof räumte er seine Sachen in sein Zimmer. Er wollte die Bilder Marlies am Abend zeigen.
    
    Dann tranken sie noch einen Kaffee und Marlies drückte Robert einen Schlüssel in die Hand.
    
    „Du fährst und ich schaue zu", bestimmte sie. „Du hast ja gesehen wie es geht."
    
    Robert nahm im Fahrersitz Platz und Marlies neben ihm. Er schaute sich noch einmal die Armaturen genau an, dann steckte er den Schlüssel in des Schloss und trat auf die Bremse.
    
    Eine kleine Drehung des Schlüssels, ein Druck auf den Starterknopf und schon erwachte der Motor zum Leben.
    
    Er schob den Wahlhebel des Getriebes nach vorne, lies die Bremse los und gab mit den Fahrthebel ...
    ... ein wenig Gas. Sanft rollte der Traktor an und mit sonorem Brummen des Motors ging es in Richtung der Wiese.
    
    Robert grinste Marlies selbstbewußt an und sie klopfte ihm gönnerhaft auf die Schulter.
    
    "Nicht schlecht für einen Lehrling", meinte sie großzügig, "aber wie ich festgestellt habe, hast du ja auch auf anderen Gebieten so deine Talente."
    
    Er schaute sie etwas indigniert an, dann lachten beide und er achtete wieder auf den Weg.
    
    Und wie es der Teufel wollte, stand kurz vor der Wiese Familie Bernauer am Wegesrand und sah mit großen Augen zu, wie Robert den Traktor auf die Wiese fuhr, den Twister ausklappte, sperrte und dann anfing, das gemähte und schon fast trockene Gras zu wenden.
    
    "Jetzt bin ich mal gespannt, was die Buschtrommeln zu berichten haben. Bis es einmal durch die Gemeinde ist, haben wir nicht nur gemäht, sondern auch noch ganz andere Dinge gemacht", sagte Marlies und schüttelte leicht den Kopf.
    
    "Haben wir doch auch", grinste Robert, "nur weiß das keiner. Lass sie reden. Es ist wie bei der Boulevardpresse. Je weniger man etwas weiß, desto mehr wird darüber geschrieben."
    
    Eine knappe Stunde später war die Wiese bearbeitet und sie fuhren wieder zurück.
    
    Marlies schaute nach den Hühnern, während Robert das Wasser für den Tee aufsetzte. Sie hatten eine ideale Arbeitsteilung gefunden, wo jeder den anderen unterstützte.
    
    Dann half er ihr den Schrader schon mal vorzumontieren und spritzte mit einem Hochdruckreiniger den Twister ab. An der Sonne ...
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