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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... bediente. Aufladen, heimfahren und in der Scheune stapeln, da konnte er nichts machen. Er holte inzwischen die leeren Milchkannen zum Hof zurück, säuberte sie und fütterte anschließend die Hühner. Eine Schüssel voll Eier brachte er gleich ins Haus und verpackte sie in Eierbehälter. Die Nachbarin würde sie am Nachmittag abholen und am Freitag mit den bereits verpackten der letzten Tage auf den Wochenmarkt mitnehmen und mit ihren Sachen zum Verkauf anbieten. Vor dem Mittagessen ging es noch einmal hinaus und nachdem die zweite Ladung verstaut war, hieß es erst einmal Mittag machen. Vom gestrigen Tag war noch Gulasch da und Marlies kochte noch ein paar Nudeln dazu. Das musste reichen, denn zum richtigen Kochen hatte beide keine Lust. Reste essen war angesagt. Beim Kaffeetrinken und Ausruhen auf der Terrasse kam Beate, die beste Freundin von Marlies vorbei, um die Eier und Bauernbutter abzuholen. Sie setzte sich zu den beiden hin und bekam auch eine Tasse. Dann wurde locker geplaudert. Marlies hatte Robert als einen Feriengast vorgestellt, der in der Gegend Landschaftsaufnahmen machen wollte und etwas Urlaub mit eingeplant hatte. „Du bist aber schon ganz schön weit mit der Wiese gekommen, Marlies. Wie schaffst du das alles so ganz alleine?" „Ach ja, Beate, ganz alleine bin ich ja nicht und Herr Wegener geht mir schon ein wenig zur Hand. Er ist recht geschickt und zu zweit macht die Arbeit auch mehr Spaß und geht wesentlich schneller." „Walter, der ...
... Fahrer von der Molkerei, hat mir schon gesagt, dass er sogar die schweren Milchkannen zur Landstraße gebracht hätte, echt jetzt?" „Wie gesagt, er hilft mir immer ein wenig, wenn er nicht gerade beim Fotografieren ist und dafür bin ich sehr dankbar." „Wenn doch dein Werner oder die Kinder auch etwas mehr Interesse zeigen würden, dann wäre das nicht schlecht,oder?" „Reden wir nicht darüber, Beate. So, wir müssen wieder los. Es liegen noch einige Ballen auf dem Feld und dann müssen wir die Presse noch saubermachen. Sie wird am Samstagmorgen wieder abgeholt, ist ja nur ausgeliehen." „Dann macht´s gut ihr beiden und viel Spaß noch. Die Eier und die Butter sind schon im Auto. Übrigens, du siehst gut aus, Marlies. Die Arbeit scheint dir Spaß zu machen." Marlies wurde leicht verlegen, Beate zwinkerte Robert verschmitzt zu und fuhr weg. „Ob sie etwas ahnt? Meine Güte, Robert, was machen wir nur?" „Würde sie mit deinem Mann darüber reden, Marli?" Marlies schüttelte den Kopf. „Bestimmt nicht. Sie mag Werner nicht besonders. Seit der sie mal bei der Erntedankfeier abgegrabscht hat, so war ihre Aussage, ist sie ihm gegenüber sehr reserviert." „Na also, dann brauchst du dir auch keine Gedanken machen, mein Engel. Sie weiß nichts von uns und wenn sie etwas ahnt oder vermutet, dann wird sie es für sich behalten. Ich weiß nur eines und das ist, dass ich dich liebe." Marlies schmiegte sich in seine Arme und fühlte sich wohl und sicher. Am Abend war dann alles ...