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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... wenden kannst, wenn du einmal Hilfe brauchen solltest und ich nicht zu erreichen bin. Sie werden dir dann sagen, wo ich bin und wie du dich mit mir in Verbindung setzen kannst. Das ist aber nur für einen Notfall. Einen Schlüssel bekommst du, einen gebe ich meinem besten Freund, der auch ab und zu eine Nachricht oder etwas anderes für dich deponieren wird. Er hat in Hongkong ein kleines Export- und Importgeschäft und ist absolut vertrauenswürdig. Zweimal im Jahr macht er eine Geschäftsreise nach Europa und wird dir etwas in dein Schließfach legen. Du solltest also ein bis zwei Mal im Jahr mal nachschauen, ob etwas Neues für dich drin ist. Ich weiß nicht, wohin ich als nächstes gehen werde, also kann ich auch jetzt noch nicht sagen, wann ich mich wieder melden kann." Marlies schaute ihn mit Tränen in den Augen an. „Du willst schon gehen, Liebster?", fragte sie mit erstickter Stimme. „Du willst mich jetzt schon alleine lassen?" „Nein, mein Liebling, ich werde bei dir bleiben so lange ich kann, oder bis du mich rausschmeißt." „Ich? Dich rausschmeißen? Nie im Leben. Ich würde dich am liebsten immer bei mir haben, obwohl ich weiß, dass das kaum gehen wird. Aber morgen kommt meine Familie. Was machen wir dann? Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich so unbefangen bewegen kann, dass sie nicht bemerken, was du mir bedeutest." „Marli, das wird schon klappen. Ich bleibe ja noch und ich werde dir weiterhin helfen. Dein Mann geht abends und nachts arbeiten, deine Tochter hat ...
... ja Spätschicht und Rufdienst, wie du mir gesagt hast und dein Sohn ist beim Studium. Also werden wir sicher genug Möglichkeiten haben unsere Zuneigung zu zeigen. Mach dir mal keine Sorgen." Marlies brauchte noch einige Zeit, bis sie sich so weit beruhigt und wieder hergerichtet hatte, dass sie die Bank verlassen konnten. Sie bummelten über den Wochenmarkt und hatten große Mühe, dass sie das nicht händchenhaltend machten, als sie Beate an ihrem Stand besuchten. Die lächelte die beiden wissend an und sagte Marlies, dass sie schon fast alle von ihren Eiern und die gesamte Butter verkauft hatte. Sie würde am Nachmittag wegen der Abrechnung vorbeischauen. Marlies kaufte all das an Obst und Gemüse ein, was sie nicht selbst anbaute und als sie den Supermarkt des Einkaufszentrums verließen, war der Kofferraum des Capri gut gefüllt. Robert lud sie zum Mittagessen ein und da Marlies auch keine Lust hatte zu kochen, nahm sie seine Einladung gerne an. * Wieder auf dem Hof räumten sie die eingekauften Lebensmittel ein und warteten auf Beate, die noch vorbeikommen würde, um die Eier und die Butter abzurechnen. Sie hatten aus der Stadt etwas Kuchen mitgebracht und Robert kochte eine große Thermoskanne Kaffee. Dann setzten sie sich Hand in Hand auf die Bank vor das Haus. Sie würden rechtzeitig mitbekommen, wenn Beate aufkreuzen würde und dann etwas Abstand halten. Als sie Beate den Weg herfahren sahen, setzten sie sich sittsam getrennt auf die Terrasse. Marlies Freundin ...