1. Eigentlich wollte sie nur . . .


    Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... legte ihr einen Zettel und das eingenommene Geld hin und nahm Platz.
    
    Robert schenkte ihr eine Tasse Kaffee ein und setzte sich wieder auf seinen Stuhl.
    
    Beate runzelte die Stirn und schaute Marlies an.
    
    „Sag mal, wollt ihr euch nicht endlich nebeneinander setzen?"
    
    Marlies machte einen erschrockenen Eindruck.
    
    „Wie meinst du das, Beate?"
    
    „Glaubst du vielleicht, dass ich nicht bemerkt habe, dass da etwas zwischen euch beiden läuft? Ich bin eine Frau und ich spüre so etwas. Ich würde es dir gönnen, denn ich kenne deine familiäre Situation und ich beneide dich wirklich nicht. Und jetzt bist du so richtig aufgeblüht, du sprühst vor Lebensfreude und strahlst wie ein Stern."
    
    Robert stand auf, ging um den Tisch herum und setzte sich neben Marlies.
    
    „Du hast Recht, Beate", sagte er und legte seinen Arm um Marlies. „Sie ist etwas ganz Besonderes und ich mag sie sehr."
    
    Das war eine Untertreibung, aber mehr wollte er nicht offenlegen, da er nicht wusste, ob es ihr recht war.
    
    Marlies gab ihm einen kleinen Kuss und lehnte sich an seine Seite.
    
    "Und wie soll das mit euch weitergehen, Marlies, morgen kommt doch deine Familie wieder?", fragte Beate neugierig.
    
    "Keine Ahnung, ich weiß es wirklich nicht", sagte Marlies und zuckte ratlos mit den Schultern. „Robert muss ja irgendwann wieder weg und dann wissen wir nicht, wie lange er fortbleibt und wohin er geht."
    
    Als Beate ihn fragend anschaute, sagte er ihr, was er beruflich machte und dass es manchmal nicht ...
    ... ungefährlich war. Einige seiner Kollegen waren als Kriegsberichterstatter im Irak und Vietnam schon ums Leben gekommen und auch er hatte schon mehr als einmal viel Glück gehabt, dass ihm nichts passiert war.
    
    Beate schaute ihn betroffen und als sie bemerkte, dass Marlies Tränen in den Augen hatte, nahm sie sie in den Arm und tröstete sie.
    
    "Du siehst also, dass ich Marlies keine Versprechungen machen kann. Ich will ihr auch nicht zumuten, mit mir zu leben, denn ich sehr oft und lange weg und meine erste Ehe ist genau aus diesem Grund gescheitert. Ich will nicht, dass sie ständig in Sorge lebt und Angst um mich haben muss. Ich werde mich natürlich so oft melden, wie es mir möglich ist, aber wenn ich verdeckt arbeite kann das schwierig werden und sehr lange dauern. Alles was ich ihr jetzt sagen würde, wäre geraten und ich will sie nicht anlügen, dafür liebe ich sie zu sehr."
    
    Beate nickte verstehend und wandte sich an Marlies.
    
    "Und wie sieht es bei dir aus?"
    
    Marlies atmete tief durch.
    
    "Ich weiß es wirklich nicht. Mein Sohn ist nächstes Jahr mit seinem Studium fertig und wird dann irgendwo das Arbeiten anfangen und meine Tochter hat einen festen Freund, der an ihrer Klinik Assistenzarzt ist und wird irgendwann mit ihm zusammen ziehen. Dann bin ich alleine auf dem Hof, da Werner ja halbtags arbeitet und von den Kindern keines Interesse hat, den Hof zu übernehmen. Und was dann? Alleine schaffe ich das nicht und du weißt, dass mein Mann mir keine große Hilfe bei der ...
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