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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... Bestechlichkeit im Amt sowie Vorteilnahme, hingerichtet worden. Sollten sie denn frei ausgehen? Jeder kleine Bürger muss für sein Fehlverhalten geradestehen, warum dann nicht auch die Mächtigen?" Er warf einen Blick zu Marlies, die ein süffisantes Lächeln zur Schau trug. `Oha`, dachte sie, `das kann ja noch lustig werden.` Robert wechselte das Thema. „Der Kaffee ist fertig, Frau Gerspach, ich hole ihn und bringe den Kuchen gleich mit." „Ist in Ordnung, aber wir waren doch schon bei Robert und Marlies angekommen. Oder? Nach dem, was du mir in der Woche geholfen hast, ist das nur recht und billig." „Ich habe schon vom Bernauer erfahren, dass Sie meiner Frau ordentlich zur Hand gegangen sind, vielen Dank dafür. Wie mir ein kurzer Blick gezeigt hat, habt ihr sehr viel erledigt. War ungewöhnlich, nicht wahr?", fragte Werner. „Das schon, aber ich habe schon öfters Urlaub auf dem Bauernhof gemacht und gewußt, was auf mich zukommt. Als ich gesehen habe, was ihre Frau jeden Tag zu erledigen hatte, war es klar, dass ich ihr meine Hilfe angeboten habe. Das ist schon was anderes, als jeden Tag nur mit Kameras herum zu laufen. Es hat mir richtig gut getan und da ich Urlaub habe und nur nebenbei Fotos mache, war es schon eine Abwechslung. Und Marlies hat mir die Mühlen und Sägen gezeigt, da mein Wagen kein Navi hat und ich mich in der Gegend nicht auskenne. Am ersten Tag bin ich wie ein Blinder in der Landschaft herum geirrt." Marlies schaute ihn mit stiller ...
... Bewunderung an. Robert verstand es, Situationen zu seinen Gunsten zu drehen und dem Ganzen die Schärfe zu nehmen. Robert ging in die Küche, um den Kaffee zu holen. Marlies eilte ihm nach, stellte Teller und Tassen zurecht. Sie griff sich Roberts Hand und drückte sie. „Danke, Liebling", flüsterte sie ihm zu. Robert zwinkerte ihr zu. „Wird schon werden, Spatzl, ich bin ja noch da. So schnell wird er mich nicht los." Marlies kicherte leise, dann nahmen sie Geschirr, Kaffee und Kuchen und gingen wieder auf die Terrasse. Eine entspannte Unterhaltung baute sich auf, nachdem Robert noch einige Missverständnisse aus dem Weg geräumt hatte und einige lustige Anekdoten von seinen Reisen erzählt hatte. Robert fragte Werner, ob er ihm sehenswerte Sägen und Mühlen nennen konnte. „Hm, da wäre die Albtalmühle und das Sägewerk Ebner in Görwihl, in St. Märgen die Danielhofmühle und die Öhlermühle in Titisee-Neustadt. Die kann ich ihnen nur empfehlen. Die sind teilweise noch in Betrieb und es werden auch Führungen gemacht." „Schön, da werde ich mal vorbeischauen", sagte Robert und zögerte kurz. „Hätten sie vielleicht eine Karte von der Gegend, damit ich nicht wieder so herum irre, denn ein Navi habe ich in meinem alten Ford natürlich nicht." Werner überlegte kurz. „Damit kann ich leider nicht dienen, aber wenn sie meiner Frau weiterhin vormittags auf dem Hof helfen, dann ist es nur recht und billig, wenn sie nachmittags mit ihnen zum Fotografieren fährt und ihnen zeigt ...