1. Eigentlich wollte sie nur . . .


    Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... sie nach Abschluß aller zu erledigenden Arbeiten ins Haus zurück gingen, schmunzelte Robert, als er Vera´s unzufriedenen Gesichtsausdruck bemerkte. Sie war ratlos, warum er nicht auf ihre Annäherungsversuche reagiert hatte. Als wenn er für so etwas nicht empfänglich wäre. Er war doch ein Mann und sie eine attraktive Frau. Sie verstand es nicht. War er vielleicht anders gepolt und machte sich nichts aus Frauen?
    
    Marlies schaute ihnen mit sorgenvoller Miene entgegen, als sie die Küche betraten, um ihr noch ein wenig zu helfen. Als sie Vera´s mürrische Miene und Robert´s Schmunzeln sah, begriff sie und ihr Gesicht entspannte sich. Robert lächelte sie an und sie lächelte zurück und zwar auf eine Art, dass sein Herz wieder einen Riesensprung machte.
    
    Aber sofort schaute er wieder neutral, als er sah, dass Vera aufmerksam zu ihnen blickte.
    
    „Was kann ich dir helfen, Marli, äh Marlies?"
    
    „Wir essen draußen. Wenn du den Tisch decken würdest, Robert. Und du Vera holst bitte deinen Vater aus der Werkstatt. Wenn er dort ist, dann vergißt er sogar das Essen."
    
    Vera verließ die Küche, um Werner zu holen und Robert nahm Teller und Tassen.
    
    Als er beide Hände voll hatte, kam Marlies auf ihn zu und küsste ihn zärtlich.
    
    „Jetzt wo ich keine Hand frei habe", brummelte er und schaute beleidigt.
    
    „Mit Absicht, mein Schatz. So kannst du deine Hände nicht wandern lassen. Wir müssen aufpassen. Nicht wegen Werner, nein, bestimmt nicht. Ich weiß gar nicht, ob der noch eifersüchtig ...
    ... werden könnte. Aber wenn ich deinen Gesichtsausdruck richtig gedeutet habe, hat Vera versucht, sich an dich ran zu schmeißen. Nimm dich vor ihr in Acht."
    
    „Mach ich, Liebling. Sie ist an mir abgeprallt wie von einer Gummiwand."
    
    Beide grinsten sich an, noch ein schnelles Küsschen, dann trollte sich Robert auf die Terrasse und deckte den Tisch.
    
    *
    
    Spät am Abend gingen alle zu Bett. Werner verzog sich in seine Werkstatt und Marlies blickte ihm mit resigniertem Gesichtsausdruck hinterher. So offensichtlich brauchte er ja nicht erkennen zu geben, dass ihm seine Frau ziemlich gleichgültig war. Vera verschwand auch gleich in ihrem Zimmer, um ihren Koffer auszupacken und ihre Sachen für den nächsten Tag herzurichten.
    
    Robert half Marlies beim Aufräumen und begleitete sie dann nach oben zu ihrem Schlafzimmer. Er wünschte ihr zurückhaltend eine gute Nacht, denn Vera war nur zwei Zimmer weiter.
    
    Dann zog er sich in sein Zimmer zurück. Schlafen konnte er noch nicht, also aktivierte er seinen Laptop und übertrug die Bilder aus seinen Kameras auf die Festplatte. Die Bilder von Marlies speicherte er in einem eigenen Ordner und übertrug sie auf eine Minispeicherkarte, die er in einem Geheimfach seiner Fototasche deponierte. Er wollte ja morgen den anderen die Fotos zeigen, die er in dieser Woche geschossen hatte, also achtete er sorgsam darauf, dass nur ein Foto dabei war, auf dem auch Marlies zu sehen war. Das war unverfänglich und zeigte sie, als sie an der Schlagsäge auf den ...
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