-
Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... Pläne über den Haufen geworfen, Anstatt die Öhlermühle abzulichten, fuhr er mit Marlies nach Basel in den Zoo, wo sie bei schönem Wetter lange im Café saßen und miteinander redeten. Robert pfiff auf die Fotos, die Zeit, die er mit ihr verbringen und sprechen konnte, war ihm wichtiger. Fotos hatte er schon mehr als genug, wieviel Zeit ihm mit Marlies blieb, wusste er nicht. Als sie am Abend zu ihm kam und sich neben ihn auf das Bett setzte, gab er ihr eine kleine Schatulle. Sie schaute ihn fragend an. „Marlies, Liebling, ich möchte, dass du das hier nimmst. Ich will es der Frau geben, die ich mehr als alles auf der Welt liebe. Kinder habe ich keine und ich wüsste nicht, wer es sonst bekommen sollte. Es ist ein altes Schmuckstück von meiner Großmutter, das mir meine Mutter vor vielen Jahren gegeben hat. Nur du sollst es haben. Es soll dir zeigen, was du mir bedeutest." Marlies hielt den Atem an, als sie die kleine Schatulle öffnete. In blauem Samt eingebettet lag ein zartes goldenes Armband mit kleinen Brillanten und Rubinen. Sie legte es um ihr Handgelenk und hatte Tränen in den Augen, als sie Robert anschaute. „Rob, das ist doch viel zu gut für mich. Das habe ich doch gar nicht verdient." „Doch das hast du. Alleine schon dafür, dass es dich gibt. Für all die Arbeit, die du leistest, für all die Mühen die du dir machst und für all die Liebe, die ich für dich empfinde. Ich wüsste keinen Menschen, der es mehr verdient hätte als du." „Warte kurz", sagte sie ...
... als sie aufstand und leise das Zimmer verlies. Eine Minute später war sie wieder da und reichte Robert eine kleine Schachtel. „Das ist für dich, Rob, eine kleine Erinnerung an mich, wenn sich unsere Wege einmal trennen. Es soll dich immer an mich erinnern und dir sagen, wie sehr ich dich liebe." Er öffnete mit zitternden Finger die Schachtel und fand darin eine Silberkette mit einem Medaillon. Und darin war das Bild, das er von ihr an der Schlagsäge aufgenommen hatte. Verkleinert und in das Medaillon eingepasst. Er schaute sie an und Tränen liefen über sein Gesicht. „Marlies, ich danke dir von ganzem Herzen. Ich werde es immer tragen, wenn es eines Tages soweit sein sollte, dass ich weg muss. Ich liebe dich, Frau meines Herzens, ich liebe dich so sehr." Sie umarmten sich und blieben noch lange so sitzen. * Am Mittwoch hatte der Tag wieder seinen normalen Ablauf. Robert fuhr mit dem Schwader auf die Wiese und legte das trockene Heu in Reihen aus, damit es später zu Ballen gepresst werden konnte. Fotografieren fiel an diesem Tag aus, die Arbeit ging vor. Bis zum Abend war das Heu zu Ballen gepresst und mehr als die Hälfte war schon eingelagert. Der Rest würde am nächsten Tag eingebracht werden. Am Abend wurde auf dem Hof gegrillt und es kamen auch einige Nachbarn vorbei. Sie betrachteten Robert sehr neugierig und er musste eine Menge Fragen beantworten. Es hatte sich herum gesprochen, wer er war und was er alles auf dem Hof machte. Er erklärte, es wäre eine ...