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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... interessante Abwechslung zu seiner normalen Arbeit und vielleicht würde er einmal einen Artikel über das Leben auf dem Land schreiben und über das beschwerliche Leben der Landwirte. Es war ein angenehmer Abend mit guten Gesprächen und noch besserem Essen. Marlies und Vera hatten sich selbst übertroffen. * Der Donnerstag begann mit kleinen Augen und leichtem Schädelbrummen. Eine der zwei Flaschen Wein, die er zum Essen geleert hatte, musste wohl schlecht gewesen sein. Marlies lachte als sie ihn sah und legte ihm einen eiskalten Waschlappen auf die Stirn. „Das wird schon wieder, Schatz", meinte sie mitfühlend, „das kommt davon, wenn man über die Stränge schlägt." Er schaute sie strafend an, war aber zu schlapp und faul um aufzustehen und ihr den Hintern ob ihrer losen Sprüche zu klopfen. Als ob sie gewusst hätte, was er tun wollte und dann bleiben ließ, streckte sie ihm frech die Zunge heraus, um ihn dann liebevoll zu umarmen und zu trösten. Robert blieb friedlich und genoss ihre kleinen Zärtlichkeiten. „Ich hole nachher die Ballen, wenn du die Tiere versorgst, Schatz", meinte sie lächelnd. „Oh ja", ächzte Robert. „Lieber das Muhen der Kühe, als den Lärm auf dem Trecker. Mir platzt dann der Schädel bei dem Gebrumme." * Der Schock Und so geschah es. Nach dem Frühstück holte Marlies die Ballen, stapelte sie in der Scheune bei den anderen und Robert kümmerte sich um die Tiere. Langsam ging es ihm wieder besser. Die Bewegung und die frische ...
... Luft taten das ihre dazu. Dann holte er die geleerten Milchkannen von der Landstraße, spritzte sie aus uns stellte sie kopfüber zum Trocknen auf die beiden Stangen. Marlies winkte ihm aufgeregt vom Küchenfenster aus zu. Robert ging in die Küche und sie sagte aufgeregt zu ihm: "Sch . . ., ääh, Robert, schau mal bitte in dein Zimmer. Ich glaube dein Telefon ist ständig am klingeln." Beinahe hätte sie Schatz zu ihm gesagt und nur der Umstand, dass Werner noch am Frühstückstisch saß, verhinderte diesen Fauxpas. Er ging nach oben und holte sein Telefon aus der Nachttischschublade. Jetzt im Urlaub hatte er sich angewöhnt, dieses Ding nicht einzustecken. Wozu auch? Er hatte frei und wollte diese Freiheit auch genießen. Auf dem kleinen Display stand: "Sie haben 9 neue Nachrichten" und "nicht angenommene Anrufe 9". Himmel, was konnte so wichtig sein, dass man ihn in seinem Urlaub störte? Er blätterte die Liste durch und es war immer die gleiche Nummer. Und diese Nummer kannte er. Hamburg! Das politische Magazin, für das er schon einige brisante Berichte und Reportagen verfasst hatte. Der Nummer nach kamen die Anrufe aus der Chefetage, oder zumindest von jemandem, der ziemlich weit oben saß. Er ging auf den Balkon und wählte die Nummer. Es wurde sofort abgehoben und der Chefredakteur meldete sich. "Gott sei Dank, Robert, dass ich dich endlich erwische. Du musst sofort zu uns kommen. Es ist wichtig." "Was kann so wichtig sein, Klaus, dass man mich aus dem ...