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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... Urlaub holen will? Da musst du schon genauer werden." "Nicht am Telefon. Alles was ich dir sagen kann, ist Mumbai und Palanpur. Kapiert?" Robert wurde blass. Seine Vergangenheit hatte ihn eingeholt. Damit hatte er eigentlich abgeschlossen und wollte auch nichts mehr davon wissen. Die Sache damals hatte ihm ein Jahr lang Albträume und böse Nächte beschert. Er verkrampfte sich und atmete tief durch. "Klaus, ich kann jetzt hier nicht weg. Nicht vor Sonntag. Diesmal geht es um meine Zukunft. Ich muss noch einiges regeln, bevor ich kommen kann. Reicht es am Montag? Komm schon, gib mir noch einen kleinen Hinweis, um was es genau geht." "Robert, zwei deiner Kollegen sind abgängig. Sie wollten in der Sache von damals weiter ermitteln." Scheiße, Scheiße, verdammter Mist. „Okay, Klaus, ich bin am Montag bei euch. Richte mir ein Zimmer her. Lange werde ich aber nicht bleiben, also keine große Stadtrundfahrt, bitte. Und dann brauche ich alles, was ihr in dieser Sache habt. Fotos, Berichte, Interviews, alles. Ich muss es mir genau durchsehen." "Da gibt es nicht so viel, Robert. Sie hatten ja erst angefangen und ich weiß auch nicht um was es genau ging." "Lass gut sein Klaus. Ich bin am Montag im Laufe des Vormittags bei euch. Komme mit der Bahn. Zuerst muss ich nach Hause. Ich habe noch etwas zu regeln. Bis dann, Servus." Robert legte auf. Es war so weit. Wahrscheinlich hatte die Sache von damals wieder zwei Menschen das Leben gekostet. Wie sollte er das ...
... Marlies beibringen. Er liebte sie und wollte doch nicht weg! Aber alles sprach dagegen, dass er blieb. Werner, Hamburg, Palanpur. Drei Dinge, die ihm schwer wie Mühlsteine im Magen lagen. Er ging wieder nach unten. Marlies schaute ihn an, aber Robert schüttelte den Kopf. ˋSpäter´, sagte unhörbar nur mit den Lippen und deutete mit einer kleinen Kopfbewegung auf Werner, der noch in seine Morgenzeitung vertieft war. Die hatte er ja heute Nacht noch selber gedruckt. Marlies nickte ihm zu und Robert ging auf die Terrasse, wo er sich auf die Bank an der Hauswand setzte. In seinem Kopf ging es zu wie in einem Bienenschwarm und er hatte Mühe, seine wirren Gedanken zu ordnen. Die Sonne schien ihm ins Gesicht. Er schloß die Augen und lehnte seinen Kopf an die Hauswand um nachzudenken. Er hatte ein schlechtes Gewissen, wenn er an Marlies dachte. Er hatte ihr ein wenig helfen können, aber wenn er jetzt wegfuhr, dann blieb wieder alles an ihr hängen. Das konnte auf die Dauer einfach nicht gut gehen. Irgendwann würde es zwischen ihr und Werner den großen Knall geben und dann wäre er nicht da, um ihr beizustehen. Er seufzte, weil er trotz der ganzen Grübelei auf keinen grünen Zweig kam. Die ganze verdammte Situation war ein Dilemma. * Aussprache und Abschied Nach dem Mittagessen fuhren Vera und Werner zur Arbeit und Robert half Marlies noch bei der Hausarbeit. Beide waren recht schweigsam. Robert wegen des Anrufes und Marlies war verunsichert, weil sie nicht ...