-
Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... wusste, was genau los war. Als alles erledigt war, nahm sie ihn an der Hand. "Gehen wir mal eine Runde uns Haus, Rob. Irgendwie fällt mir die Decke auf den Kopf." Sie gingen auf den Waldrand zu, Robert setzte sich auf einen Baumstamm und zog Marlies zwischen seinen Beine. "Was ist los, Schatz?" fragte sie ihn besorgt und fürchtete sich vor seiner Antwort. Sie sah, wie plötzlich zwei Tränen über seine Wangen liefen und ihr wurde so richtig bang. "Ich muss weg, Spatzl, ich muss weg und will es überhaupt nicht!", stieß er hervor. "Zwei Kollegen, die in einer alten Sache von mir recherchiert haben, sind scheinbar verschwunden. Verdammt und ich habe gedacht, ich hätte alles hinter mir." "Bis wann musst du fahren?" "Ich muss am Samstag Vormittag nach München und Sonntag in der Nacht fahre ich nach Hamburg. Was danach kommt, ich weiß es nicht." Er stand auf und Marlies klammerte sich an ihn. Sie begann leise zu weinen. "Ich will nicht dass du gehst, Robert. Nicht du! Ich will nicht wieder alleine sein, denn ohne dich bin ich alleine. Und es geht mir wirklich nicht um die Arbeit auf dem Hof." "Das weiß ich doch, mein Schatz, aber was sollen wir machen? Wir sind doch zwei erwachsene Menschen. Wir haben noch knapp zwei Tage Zeit, also nutzen wir sie. Fotografieren tu ich nur noch dich, keine baufälligen Gebäude mehr. Und glaube mir, am Sonntag brauchen wir den ganzen Tag um uns zu regenerieren, so fertig werden wir sein. Das ist ein Versprechen. Ich ...
... werde dir zeigen, wie sehr ich dich liebe. Zumindest so lange, bis wir uns wiedersehen. Und wann das ist, das weiß ich noch nicht." Und so machten sie es auch. Sie hingen ständig aneinander, machten alles gemeinsam. Die Arbeit mit den Tieren, das Kochen, sogar beim Putzen und Staubwischen waren sie nicht zu trennen. Ob es Werner auffiel war ihnen egal, zumindest sagte er nichts und machte auch keine entsprechende Bemerkung. Vera schaute sie ab und zu etwas komisch an, enthielt sich aber jeder Äußerung. Marlies gab sich auch keine besondere Mühe leise zu sein, wenn sie zu Robert ins Zimmer ging. Sie hatten jede Heimlichkeit aufgegeben, als ob es sie nicht mehr kümmern würde, was noch kommen konnte. Und sie liebten sich, als wäre es das letzte mal, dass sie es machen konnten. * Am Samstagmorgen nach dem Frühstück packte Robert seine Sachen in den Ford. Marlies sass mit verheulten Augen am Tisch und schien wie gelähmt. Robert verabschiedete sich von Vera, die ihm herzlich die Hand drückte und einen kleinen Kuss auf die Wange gab. "Komm bald wieder, du wirst uns fehlen", flüsterte sie zu Roberts Verwunderung. Werner gab ihm auch die Hand, sagte aber nichts. Irgendwie schien er erleichtert zu sein, dass Robert fuhr. Marlies ging mit ihm vor die Tür, fiel ihm um den Hals und klammerte sich an ihn. Sie heulte und war gar nicht mehr zu beruhigen. Vera zog sie von Robert weg und hielt sie fest als er losfuhr. Im Rückspiegel sah er wie sie sich auf die ...