1. Eigentlich wollte sie nur . . .


    Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... Bank setzte, den Kopf in ihren Händen vergrub und weinte.
    
    Das war das letzte, was er von ihr sah und was ihm in Erinnerung blieb.
    
    Auf der Fahrt nach München musste er zweimal anhalten, weil er vor lauter Tränen die Straße nicht mehr sehen konnte.
    
    Er tankte in Bregenz und trank zwei Kaffee, damit er sich wach hielt.
    
    Zuhause angekommen, stellte er sein Gepäck in eine Ecke, zog sich aus und duschte. Vielleicht half ihm ja das. Er besorgte sich über das Internet eine Fahrkarte für den Sonntagabend und druckte sie aus. Dann legte er sich auf sein Bett und war im Handumdrehen eingeschlafen.
    
    Am Sonntagmittag packte er einen kleinen Koffer, fuhr mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof und stieg in den ICE.
    
    *
    
    Robert fuhr nach Hamburg in die Redaktion.
    
    Der Chefredakteur bat ihn in sein Büro und schloß die Tür hinter ihnen.
    
    „Also, was ist genau passiert?", wollte Robert wissen.
    
    „Köster und Wellmann sind tot, das nehmen wir zumindest an. Sie sind vor fünf Wochen nach Palanpur aufgebrochen und nicht wieder in ihr Hotelzimmer zurück gekehrt. Und seitdem haben wir nichts mehr von ihnen gehört. Die Nachforschungen der indischen Polizei haben bisher auch kein Resultat gebracht. Als wären sie niemals dort gewesen."
    
    Als Robert das Wort „Palanpur" hörte, lief es ihm kalt den Rücken herunter und böse Erinnerungen kamen in ihm auf.
    
    „Nichts mehr von ihnen gehört?"
    
    „Nein, sie sind spurlos verschwunden und kein Mensch hat sie seitdem gesehen. Sie wollten deine ...
    ... Recherchen wieder aufnehmen und jetzt das."
    
    „Warum wollten sie das, Klaus? Es hat Gründe gegeben, dass ich damals die Sache abgebrochen habe und gegangen bin. In diesem Land gibt es Strukturen, die kannst du mit der normalen Herangehensweise nicht bekämpfen. Die Macht liegt in den Händen von wenigen und die wissen sie gut zu benützen."
    
    Robert setzte sich in einen Sessel und dann dachte er nach. Lange und gründlich.
    
    Dann verpflichtete er den Chefredakteur zu absolutem Stillschweigen und legte ihm dar, was er vorhatte. Er sagte ihm aber nur, dass er die beiden suchen wollte und deswegen einigen Nachforschungen vor Ort durchführen würde. Niemand sollte davon erfahren, da es auch für ihn ein gewisses Risiko bedeutete.
    
    Er fuhr nach München zurück und begann mit seinen Vorbereitungen.
    
    Er verkaufte den Ford an einen Auto-Liebhaber, der schon lange auf das Coupé scharf war und legte sich einen gebrauchten Landrover zu. Mit einem Freund baute er sich einen zweiten Tank und zwei Geheimfächer ein, die ganz besondere Sachen aufnehmen sollten.
    
    Er gab seine Möbel an ein Secondhand-Kaufhaus ab, löste seine Konten und Guthaben auf und kündigte seine Wohnung. Das Geld verschwand in dem einen Geheimfach.
    
    Er machte bei einem befreundeten Notar sein Testament und setzte Marlies Gerspach als Begünstigte ein.
    
    Dann sagte er seinem Agenten, dass er in nächster Zeit keine Aufträge annehmen könnte, da er einen längeren Urlaub antreten würde.
    
    Er setzte sich mit seinen Freunden aus ...
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