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Die Mitte des Universums Ch. 045
Datum: 25.04.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byBenGarland
... wenn ich fragen darf? Und, sind Sie Studentin?" „Ich bin 20," sagte sie wahrheitsgemäß. „Und, ja, ich studiere Englisch auf Lehramt in Saigon. In zwei, drei Wochen fliege ich wieder nach Ho-Chi-Minh-Stadt und beginne dann das dritte Studienjahr," fügte sie noch an. Um ihr Wissen an den Mann zu bringen, wechselte sie das Thema zurück und erzählte wieder von den Überresten der kleinen Burg hier vor uns. Sie sprach frei, ohne Notizen, und verhedderte sich auch nicht. An diesem Nachmittag lernte ich so viel über unsere Stadt wie in all den Jahren zuvor zusammengenommen. Das Schöne an unserer Tour war auch, dass sie komplett unverfänglich war. Hätte uns jemand gesehen, hätten wir einfach die Wahrheit gesagt: Sie zeigte mir die Stadt. Ich war mir auch sicher, dass Tina sich ihr Wissen nicht umsonst angeeignet hatte: Sie würde sicher in ihrer Karriere als Englischlehrerin ihren Schülern öfter mal die Aufgabe erteilen, etwas über die Geschichte unserer Stadt zu schreiben. „Sind Sie hungrig?" fragte sie mich nun und klärte mich über verschiedene kleine Speisen auf, die die Leute hier in unserer Stadt gern als Zwischenmahlzeit aßen. Vorn an der Ecke war auch schon ein kleinerbanh trang kep-Stand, wo wir uns auch gleich niederließen.Banh kep war eine Art vietnamesische Pizza oder herzhafte Waffel: Der Boden war aus getoasteten Reisfladen (banh trang), und es war kein Käse auf der ‚Pizza', aber immerhin Tomatensoße, Eier und Gemüse. Während wir aßen, stellte mir Tina ...
... wieder ein paar typische Fragen: nach meinem Beruf, wie alt ich war, ob ich verheiratet war, wo ich genau herkam und was ich in Vietnam schon gesehen und gegessen hatte. „In Saigon war ich im ehemaligen Präsidentenpalast. Da hätte ich gern eine so schöne, kundige Fremdenführerin gehabt wie Sie, Fräulein Tina," schmeichelte ich ihr und gab ihr im Vorbeigehen auch gleich noch eine Idee, wo sie sich in Saigon nächsten Monat platzieren konnte. „Ja, über den Palast weiß ich auch eine Menge," versicherte sie mir nickend, mit vollen Backen kauend. „Ach, wäre das schön, Sie dort rumzuführen." „Ja, wenn Sie Facebook haben, können wir ja in Kontakt bleiben," schlug ich nun vor. „Ich komme sicher wieder einmal nach Saigon." Sie nickte wieder und fragte mich nun, ob ich in den anderen Städten jeden Abend allein unterwegs gewesen war. Offenbar war sie so langsam bereit, den wahren Grund unserer Begegnung zu offenbaren. „Ja, meistens. Manchmal habe ich aber in einer Bar Bier getrunken und Leute kennengelernt," sagte ich ihr, offenlassend, was für ‚Leute' das waren. Die Dame, der derbanh kep-Stand gehörte, war gerade in der Nähe, und so bezahlten wir erst einmal. Wir waren wohl dem großen Moment nahe, aber da wir gerade unterbrochen worden waren, standen wir erst einmal auf und liefen weiter. „Naja, viel war das nicht. Hätten Sie vielleicht Lust, nachher mit mir zu Abend zu essen?" lud ich sie ein. Sie überlegte kurz. „Ich wollte Ihnen gerade einen anderen Vorschlag ...