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Die Mitte des Universums Ch. 045
Datum: 25.04.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byBenGarland
... der ich schon einige sinnliche Abenteuer erlebt hatte, traf er mich wie der sprichwörtliche Schlag. Sie hatte meine Hand mittlerweile wieder losgelassen -- man stand in Vietnam nicht händchenhaltend auf der Straße -- und wartete auf meine Antwort. Sie war ohnehin zu schön, ihr das abzuschlagen, und das hätte natürlich auch die Choreografie ruiniert. So nickte ich, zeigte mit dem Kinn in Richtung Café, und wir liefen los. Das Café war nur um die Ecke, und in gewisser Weise ideal: Es war um alte Bäume herum gebaut und relativ dunkel. Nachmittags war in Cafés in unserer Stadt auch nicht viel los; die Leute gingen eher abends noch mal weg. Tina schien nach dem abgeschiedensten Tisch Ausschau zu halten, was mir natürlich recht und der Situation angemessen war. Als wir uns gesetzt hatten, brachte die Kellnerin die Karte und wartete gleich neben dem Tisch. Nachdem Tina gerade vorgeschlagen hatte, in ein Hotel zu gehen, konnten wir natürlich unmöglich mitSmalltalk weitermachen. Es wäre zuviel gesagt, dass sich nun eine drückende Schwere über unserem Tisch ausbreitete, aber die Heiterkeit war erstmal dahin, und wir konnten die Spannung knistern fühlen. Wie vor einem Sommergewitter. „Wenn ich fragen darf: Wie viel verlangen Sie, Fräulein Tina, wenn wir nachher in ein Hotel gehen?" wollte ich wissen. „Eine Million Dong pro Stunde. Anderthalbe Stunde wären also 1,5 Millionen." Ich nickte und sagte erstmal nichts. Für unsere Stadt war eine Million relativ viel, für Saigon ...
... ein bisschen wenig. Darüber konnten wir aber jetzt nicht diskutieren. Eine Million Dong waren 40 Euro, was ich angemessen fand. Ob sie von der Million das Hotel zahlen würde, musste sie auch bedenken. Ein Gentleman würde das wohl einfach noch übernehmen, auch, weil es nicht mehr als drei, vier Euro waren. „Das ist nicht das erste Mal, dass Sie das machen, oder?" fragte ich nun, aber ohne Vorwurf. „Nein, nicht ganz. Ich habe schon ein paar Mal Männer angesprochen. Ich verdiene mir damit etwas dazu. Das Leben hier in Saigon ist nicht gerade billig." „Fräulein Tina, ich versteh' schon. Machen Sie sich keine Sorgen. Das ist ok." Sie nickte, und weil die Kellnerin gerade ihr Tablett zwischen uns gestellt hatte, gab es einen Bruch in unserer Konversation. Ich fand, dass Tina letztlich selbstbewusster und direkter sein sollte, aber, wie gesagt: Das war ja alles Neuland für sie. Sie saß sehr züchtig, wie eigentlich die meisten Vietnamesinnen, wenn sie nicht sehr jung waren und ganz kurze Shorts trugen. Sie hielt nach wie vor ihre Knie zusammen und saß etwas ‚versetzt': beide Beine zeigten nicht direkt auf mich, sondern vielleicht 30 Grad von mir weg, so dass ich die Seite ihres Oberschenkels sehen und dann, weiter oben, ahnen konnte. Ihr Rücken und ihr Hintern bildeten eine aufregende Kurve. „Mögen Sie vietnamesischen Kaffee?" fragte sie mich, nun doch wiederSmalltalk versuchend. „Nun, er ist recht bitter und stark, aber zusammen mit der gezuckerten Kondensmilch und ...