1. Grober Sand 06


    Datum: 02.05.2023, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter

    ... Augen zucken noch immer zur Seite. Es ist mehr weiß darin, als von ihrer Iris zu sehen ist.
    
    Er steht auf und geht um sie herum. Die Rambo-Fassade beginnt zu bröckeln, als er sich ein Bild davon macht, was wir der Frau angetan haben. Sein Blick wandert über die Striemen auf ihrem Rücken, über das dunkle Hämatom, das meine Faust zwischen ihren Schultern hinterlassen hat. Er schluckt, als er ihre Füße sieht, auf denen sich ein dünner Schorf gebildet hat. Er lässt die Augen über ihre Beine wandern, auf denen die Rohrstockschläge noch deutlich zu sehen sind. Hinauf zu ihrem Hintern.
    
    Langsam geht er hinter ihr in die Hocke und legt eine Hand auf ihr Steißbein. Sie zuckt ein wenig, dann lässt sie sich wieder regungslos hängen.
    
    „Wenn du mich hören kannst, Dia, denk daran, was ich dir beigebracht habe. Atme aus." Er greift nach der Plastiklasche, die aus ihr hervorschaut, und nach einem kurzen Warten zieht er das Knicklicht in einer schnellen Bewegung heraus.
    
    Kein Atmen, kein Winseln. Nichts.
    
    Dafür sieht er mehr als unglücklich aus. Er muss kurz die Augen schließen. Dann strafft er sich und zieht ein Klappmesser.
    
    Er beginnt an ihren Füßen, greift fest um ihre Knöchel, bevor er die Fesseln durchschneidet. Als sie keine Anstalten macht, sich zu bewegen, wiederholt er das gleiche an ihren Kniekehlen und mit dem Seil unter ihrem Hintern. Er arbeitet sich nach vorn vor, jedes Mal sorgsam darauf achtend, dass sie nicht plötzlich nach ihm tritt. Als er schließlich ...
    ... auch ihre Handgelenke befreit hat, sackt die Frau zwischen den Stuhlbeinen hindurch in seine wartenden Arme.
    
    Wieder fasst er unter ihr Kinn und hebt ihr Gesicht an. Sie hat immer noch diesen toten Blick, die Augen ergeben sich der Schwerkraft. Aber sie ist doch nicht ohnmächtig.
    
    Er lässt ihren Kopf vorsichtig sinken, dann stellt er sich über sie und greift unter die Achseln, zieht sie hoch und hebt ihren leblosen Körper von dem Stuhl. Ihre Muskeln sind völlig erschlafft, bis auf die Kiefer, die noch immer ein wenig offen stehen. Er drückt sie an sich, geht einige Schritte rückwärts und lehnt sich an die Wand, wo er mit der Frau in den Armen zu Boden rutscht.
    
    Es ist eine surreale Szene, wie er sie liebevoll in den Schoß bettet und ihren Kopf an seine Brust legt. Mir dämmert erst jetzt, dass ich eine ganze Weile lang bewusstlos gewesen sein muss, in der sie dieses Stadium erreicht hat. Sie wirkt wie eine leere Hülle. Außer der nackten Brust, die sich hebt und senkt, lässt nichts auf einen Funken Leben in ihr schließen.
    
    Bis sie plötzlich beginnt, nach ihm zu schlagen. Doch er hat damit gerechnet und schlingt fest die Arme um ihre Schultern. Sie hat nicht mehr genug Kraft, um sich gegen seinen Griff zu wehren, und erschlafft wieder.
    
    Er angelt mit dem Fuß nach der Wasserflasche, die ich vorhin wohl habe fallen lassen. Er öffnet sie mit einer Hand, mit der anderen drückt er die Frau gegen sich. Sorgsam legt er ihr die Flasche an die Lippen und lässt einige Tropfen ...