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Die Wiedergeburt der Katze
Datum: 08.06.2024, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byIntersexitor
... Das war also der Grund für die ständigen grauen Rollis oder hochgeknöpften Blusen, selbst im Hochsommer! „O mein Gott, Claire... das konnte ich ja nicht wissen!", druckste ich herum. Sie sagte eine Weile nichts, krümmte sich dann plötzlich vor meinen Augen zusammen und wurde ganz blass, fast weiß. „He, Claire! Was ist los mit dir?", schrie ich und fuhr von der Bank hoch. Kollabierte sie jetzt etwa vor meinen Augen? Sie entspannte sich so schnell, wie der eigenartige Anfall gekommen war und wimmerte leise. „Dieser Schmerz... der Schmerz..." Ich sah sie entgeistert an und sie begann leise zu erzählen, den Blick weit in die Ferne gerichtet. „Weißt du, Jonas, wir hatten an meinem siebten Geburtstag eine Gartenparty. Wir haben im Planschbecken rumgetobt und ich hatte nur eine Badehose an. Ich wollte aus der Küche schnell eine Flasche Limo holen, bin reingerannt, auf dem nassen Boden ausgerutscht und hab dabei eine volle Fritteuse für Pommes vom Herd gerissen. Das kochende Öl ist dann komplett über mich drüber..." Ein Schauer durchlief sie wieder, als hätte sie einen bitteren Schluck getrunken. „Ich brauche nur kurz dran zu denken, dann ist der Schmerz wieder da. So, als ob es gestern gewesen wäre! Er ist immer da. Begleitet mich wie ein Schatten und steht in der blödesten Situation plötzlich vor mir." Ich sagte lange nichts und starrte auch in die Ferne. Hätte sagen können, es tue mir leid. Aber Ärzte sagen so etwas selten, weil Mitleid genau das ...
... ist, was ein Patient von einem Arzt nicht braucht. Und eine Kollegin schon dreimal nicht. „Jetzt verstehe ich, glaube ich, wirklich einiges besser", durchbrach ich die Stille plötzlich. Wir standen auf, nickten uns zu, und brachen, jeder auf seine Weise, nachdenklich den Heimweg an. In dieser Nacht träumte ich wieder von Claire, aber diesmal war alles anders. Sie lag nackt auf dem Bett auf dem Rücken. Die Narbe, die von ihrem Hals ausging, wurde immer länger, bedeckte schließlich ihren ganzen Körper, wie bei einem Schwerstbrandverletzten und wucherte dann übers Spannbetttuch. Panisch hatte ich mich von ihrem Bett zurückgezogen. Die Peitsche zitterte ungenutzt in meiner Hand, bis ich sie in die Ecke warf. Es war ein Alptraum! Diese verbrannte, vernarbte Haut! Als ich schweißbedeckt aus dem Schlaf hochschreckte, musste ich erstmal ein Glas eiskaltes Wasser trinken. Weil ich nicht wieder einschlafen konnte, sah ich mir eine Stunde lang Anal-Gangbang-Videos aus dem Internet an, bis ich hektisch und lustlos abspritzte. Was hatte ich damals nur getan! Mein Geschenk musste sie unglaublich getriggert haben... Waren die wirren Träume etwa eine Strafe durch eine höhere Macht? Würde mich Claires Schicksal bis ans Ende des Lebens verfolgen? Es dauerte lange, bis ich wieder einschlief. * EINLADUNG Von der kurzen Nacht noch hundemüde, hatte ich mich in der Krankenhauskantine an einen ruhigen Tisch in die Ecke gesetzt und grübelte dumpf vor mich hin. Ich wollte eben mein ...