1. Die Burg Kapitel 10/11


    Datum: 12.01.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... auf dem Bett. Nur langsam und flach hob und senkte sich ihr Brustkorb, wobei ich nicht sicher war, ob es an ihrer Bekleidung lag. Diese war eng geschnürt und war hinderlich, wenn sie tief durchatmen wollte. Doch ich wagte es nicht die Schnüre zu lockern, die auf der Vorderseite alles zusammenhielten.
    
    Stattdessen überwachte ich ihren Zustand und wartete darauf, dass sich etwas tat. Was konnte ich nicht sagen.
    
    Plötzlich und unerwartet, öffneten sich ihre Lippen und sie sagte. „Schlafen, wie gerne würde ich schlafen. Die Augen schließen und an nichts mehr denken müssen. Einfach nur den kleinen Tod sterben. Doch ich kann es nicht. Es ist mir nicht vergönnt Ruhe zu finden. Nur ihr könnt mich aus diesem Zustand erlösen!"
    
    Ihr Kopf drehte sich in meine Richtung, ihr Augen öffneten sich und sahen mich unendlich traurig an.
    
    Wieder konnte ich nicht anders. Ich beugte mich vor und küsste sie auf die Stirn. Doch sie griff mir mit der anderen, freien Hand an den Kopf und wenig später vereinten sich unsere Lippen.
    
    Dieser erste Kuss war sehr zärtlich, gehaucht. Doch es blieb nicht bei dem einen. Forscher geworden, folgte ein Zweiter, kaum das sich unserer Lippen einen kleinen Moment getrennt hatten. Sie öffnete ihren Mund und ich den Meinen. Zuerst vorsichtig tastend fanden sich unsere Zungen und begannen sich gegenseitig zu erkunden. Wie zuvor der Geruch ihrer Haare wanderte jetzt ein weiteres Aroma von ihr in mich. Ich schmeckte sie und war davon überwältigt. Noch nie hatte ...
    ... ich erlebt, dass mich der Geschmack und Geruch eines Menschen so aufgewühlt hatte.
    
    Es war erregend und zündete ein Feuer, was in mir das Gefühl des Begehrens weiter anfachte. Diese Frau war, was ich wollte, vielleicht immer schon gesucht, und endlich gefunden hatte. Dies schoss mir innerhalb weniger Sekunden durch den Kopf. Wir waren füreinander bestimmt, davon war ich überzeugt. Unser Weg musste sich kreuzen, das war kein Zufall mehr, das war Schicksal.
    
    Wir trennten uns voneinander und ich stand auf, legte mich neben sie und sah sie mit dem Kopf auf einen Arm aufgestützt von oben an. Das Kerzenlicht flackerte leicht und tauchte alles in ein unwirkliches Licht.
    
    Die Gräfin lächelte mich an und ich zurück. Dann beugte ich mich herunter und unsere Lippen vereinten sich ein weiteres Mal, während unsere Hände leicht über die Bekleidung des anderen strichen. Meine fuhr über die geschnürte Taille und formte ihre Figur nach. Der Stoff unter meinen Fingern fühlte sich unendlich glatt, wie Seide an.
    
    Uns zu küssen und zugleich zu streicheln, war für uns genug, mehr wollten wir nicht, waren zufrieden mit uns und der Welt. So wandelten wir stundenlang in einem Taumel, der von mir nur mit Liebe umschrieben werden konnte. Anders konnte es nicht sein. Es traf mich unerwartet, war sogleich eines der schönsten Gefühle, die ich erleben durfte. Mir schlug das Herz bin in den Hals und ich hoffte diesen Moment, in die Unendlichkeit strecken zu können.
    
    Später lagen wir nebeneinander ...
«12...567...10»