1. Der Fernfahrer 06


    Datum: 16.02.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: bysirarchibald

    ... und deshalb erhielt ich den ehrenvollen Auftrag, bei ihr dahingehend vorzufühlen, ob sie nicht Lust habe, sich unserem Kreis anzuschließen.
    
    Sie hatte! Und sie brachte, nachdem sie anfänglich allein zu unseren Parties gekommen war, einen sympathischen, jungen Mann -Rüdiger- von etwa 25 Jahren mit, der sich ebenfalls nahtlos einfügte und gut zu uns paßte. Er war Bankkaufmann von Beruf und ähnlich wie ich an Kerstin geraten. Nein, eifersüchtig war keiner von uns, weder Kerstin auf Joan noch ich auf Rüdiger.
    
    Ungefähr zwei Jahre war das alles nun schon her. Joan hatte ihr Studium beendet und war ganz nach Hamburg übergesiedelt, ebenso, wie Kerstin, die ihre Wohnungen in Frankfurt und München vermietet hatte. Joan arbeitete als freie Mitarbeiterin bei einer kleinen Zeitung und nur soviel, wie es ihr Spaß machte. Aus dem kleinen, geilen Teenager Barbara war ein noch geileres Vollblutweib geworden, das in Hamburg Jura studierte, ebenso, wie ihr Stiefbruder, dem nicht nur auf der Uni die Mädchen nachliefen.
    
    Kerstin schmiß irgendwann ihren Job hin, d.h., ganz nicht. Ein- oder zweimal im Monat tritt sie noch auf und kassiert dafür horrende Gelder. Die übrige Zeit verbringt sie entweder bei "uns", in ihrer Wohnung oder in einem in "Fachkreisen" bekannten, kleinen Verlag, in dem exqusite und wahnsinnig teure Pornos, vom Buch über diverse Magazine bis hin zu Videos produziert und verlegt werden. Nur etwas für Kenner und für Stammkunden.
    
    Harald und Gudrun haben soviel Geld, ...
    ... daß sie eigentlich nicht arbeiten müssen, jedenfalls nicht im Sinne von Broterwerb. Gudrun betätigte sich ausschließlich als Hausfrau, hatte damit aber reichlich zu tun. Oft genug muß sie Haralds Geschäftsfreunden eine charmante Gastgeberin sein. Harald selbst leitet seine Firma mehr an der langen Leine, muß doch aber täglich mindestens einmal nach dem Rechten sehen. Ihm verdanke ich eine Reihe potenter Kunden und irgendwann stand ich vor der Frage, ob ich meine Firma vergrößern, d.h., einen zweiten LKW kaufen und noch mindestens einen weiteren Fahrer einstellen sollte. Nach langem Überlegen hatte ich mich aber dagegen entschieden, denn das hätte doch einen enormen Verlust an Freiheit bedeutet. Ich kam auch so gut zurecht und ich hatte immer Begleitung, wenn ich es wollte. Eine der Frauen hatte immer Lust, mich auf meinen Fahrten zu begleiten und die Enge der Koje in meiner Kabine mit mir zu teilen. Für Gudrun bedeutete es sogar mal einen oder zwei Tage des Ausspannens.
    
    Um die Kunden allerdings nicht ganz zu vergraulen, hatte ich so eine Art Frachtvermittlung aufgebaut. Ich kannte auf der einen Seite Leute, die etwas zu transportieren hatten und bereit waren für einen guten und sicheren Transport entsprechend zu zahlen und auf der anderen Seite Spediteure, die zuverlässig waren und die Sache ebenso gut machten, wie ich. Warum nicht beide Seiten -gegen eine entsprechende Provision natürlich- zusammenbringen?
    
    Da Anke und ich uns ein kleines Häuschen am Stadtrand hatten ...
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