1. Die Burg Kapitel 08/09


    Datum: 12.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... nicht der Hauptgrund.
    
    Wie ihr bemerkt habt, gibt es eine weitere Burg, die nicht weit von hier weg steht, aber nur noch aus einer Ruine besteht. Sie gehörte einer anderen Ritterfamilie, die den Namen von Maiden trug. Lange Zeit waren die von Maiden und meine Familie stark miteinander verbunden. Zusammen bildeten wir in dieser Gegend eine Macht, die kein anderer Fürst weit und breit anzugreifen wagte. Wer eine der beiden Familien bedrohte, bekam es zugleich mit der anderen zu tun. Da die Gebietsansprüche der jeweiligen Familie entgegen der Richtung der anderen waren, kamen wir uns in dieser Frage nicht ins Gehege. So verlief unsere Kooperation Jahrhunderte lang in Frieden und Harmonie.
    
    Dies endete urplötzlich im Jahre des Herrn 1349. Die Pest überrollte das Land und es gab nur zwei Möglichkeiten etwas dagegen zu tun. Flucht oder Verschanzen. Anderes blieb nicht übrig.
    
    Die Menschen wussten nicht, was auf sie zukam, aber es konnte nicht von dieser Welt sein. Während sich unsere Familien, in ihren Burgen verkrochen und niemanden mehr hinein ließen, suchte man sein Heil im Glauben. Man betete und versuchte damit das Unheil abzuwenden. Während meine Familie von der Pest verschont blieb, war es auf der Burg der von Maiden anders.
    
    Der Burgherr selber hatte eine Geliebte in einem ihrer Dörfer. Er war ihr so verfallen, dass er sich des Nachts durch einen Geheimgang davon stahl und sich in das verseuchte Dorf begab. Er wollte seine Geliebte retten und nahm sie mit auf die ...
    ... Burg. Diese war jedoch infiziert und zwei Tage später, brach die Seuche auf der Burg aus.
    
    Aus einem unerklärlichen Grund befiel die Seuche aber den Burgherren selber nicht. Er musste mit ansehen, wie unter seinen Augen, einer nach dem anderen, auf der Burg, dahingerafft wurde.
    
    Er konnte es nicht verstehen, sah es als Strafe Gottes an und fragte sich, womit er dies verdient hatte. Er hatte sich nichts vorzuwerfen, hatte nichts Unrechtes getan doch trotzdem wurde er so hart bestraft. Sein Gemüt verdunkelte sich und er kehrte sich von seinem Glaube ab.
    
    Er suchte und fand in Satan seinen neuen Verbündeten. Als diese geschah, starb keiner mehr auf der Burg an der Pest, was wohl eher daran lag, dass die wenigen übrigen immun gegen den Virus waren. Doch da er es nicht besser wusste, schrieb es diesen Erfolg dem Teufel zu. Auch die wenigen anderen Überlebenden, waren davon überzeugt und so entwickelte sich langsam eine Gemeinschaft des Satans. Dies blieb eine lange Zeit verborgen, aber es machten Gerüchte die Runde. Besonders als immer mehr Fremde ankamen, die zur Burg wollten. Sie waren andernorts geflüchtet, jedoch nicht wegen der Pest, sondern vor der christlichen Verfolgung. So wurde nicht nur die Burg, sondern auch das dazugehörende Dorf eine Pilgerstädte anders glaubender. Das konnte nicht lange verborgen bleiben. Immer mehr Augen richteten sich in die Richtung der Burg und nur wenige waren freundlich gesinnt.
    
    Auch wenn unsere beiden Familien eine lange Freundschaft ...
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