-
Die Burg Kapitel 08/09
Datum: 12.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... beiden Familien zusammen. Dann erreichten ihn die Flammen und er wurde, während er ein schreckliches Lied anstimmte, als Letzter der Gefangenen von den Flammen verschlungen. Man hat seine Asche allerdings nicht in alle Winde verstreut, wie üblich, sondern in einem Grab bestattet. Dies war ein Schock für die Umstehenden aber man tat es als eine letzte Verzweiflungstat ab. Während noch alle vor der Burg diesem Schauspiel beiwohnten, spielte sich im Inneren des Bergfrieds etwas anderes ab. Obwohl Dorlein von Maiden keine Möglichkeit hatte, aus dem Angstloch zu entkommen, hatte man eine Wache abgestellt, falls Dorlein etwas brauchte. Eine Antwort auf die Frage, wie sie es schaffte, haben wir niemals erhalten, aber die Wache schaffte eine Leiter heran, damit sie aus dem Angstloch entkommen konnte. Doch sie war im Burgfried gefangen, denn in dem Augenblick, als sie aus diesem Flüchten wollte, kamen die anderen zurück. Sofort verrammelte sie die Tür und flüchtete mit der Wache zusammen, weiter nach oben. Die Tür zum Bergfried, leistete lange Widerstand, dafür war sie gebaut worden, doch gab sie irgendwann nach. Weiter ging die Verfolgung und endete erst vor der letzten Falltür, des obersten Raumes. Hier konnten die Verfolger tun, was sie wollten, es gelang ihnen nicht, die Tür zu öffnen. Ob sie für die Überredung der Wache, Magie benutzt hatte, wusste man nicht, denn sie war eine auffallen schöne Frau, der man auch so verfallen konnte. Bei der Falltür ...
... war man sich jedoch sicher, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen konnte. Aber auch hier war es wie mit der Burg. Man musste nur warten. Also stellte man diesmal mehrere Wachen ab. Man ging davon aus, dass sie nicht alle beeinflusst werden konnten. Zwei Tage später hörte man aus der Kammer das brüllen eines kleinen Kindes. Sie hatte es selber ohne Hilfe in der Kammer geboren. Doch auch jetzt konnte die Falltür nicht geöffnet werden. Stattdessen wickelte Dorlein das Kind in ein Tuch ein und ließ es mithilfe eines Seils den Bergfried herab. Bis heute konnte man die Falltür nicht öffnen und man sah und hörte danach niemals mehr etwas von Dorlein. Das Kind wurde ins Haupthaus gebracht und dort versorgt, doch zwei Tage später, tief in der Nacht wurde es der schlafenden Amme entrissen und diese mit einem gezielten Stich ins Herz getötet. Danach hat man nichts mehr von dem Kind gehört, noch den Mörder gefunden." Erst hier machte die Gräfin eine kleine Pause, goss sich selber ein Glas Rotwein ein und nahm einen kleinen Schluck von dem dunklen Getränk. „Hatte Dorlein lange schwarze Haare und ein blutrotes, langes Kleid an, als man sie hierher brachte?", durchbrach ich die Stille, die sich um uns gelegte hatte. Die Gräfin sah mich das erste Mal richtig an und unsere Blicke trafen sich, blieben einen Moment lang ineinander versunken. „Dann habt ihr sie gesehen!", sagte sie und ich nickte zur Bestätigung, obwohl es keine Frage gewesen war, sondern eine ...