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Die Burg Kapitel 08/09
Datum: 12.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... Feststellung. „Wenn ich es also richtig sehe!", meinte ich, und sah der Gräfin dabei in die schwarzen Augen: „Dann ist Dorlein von Maiden meine Vorfahrin?" Die Gräfin nickte langsam, ohne ihren Blick abzuwenden. Langsam klärte sich, was ich zu wissen verlangte. Es ergab einen Sinn. Immerhin war dies eine logische Kette. „Wir mussten lange nach euch suchen!", meinte die Gräfin auf einmal und wandte ihren Blick ab. „Conlin hat sehr lange darüber nachgeforscht, ob es einen Nachfahren von Dorleins Kind gab. Er bekam heraus, dass es immer einen männlichen Nachkommen gab. Dies ließ sich nur sehr schwer verfolgen. Die folgenden Kriege, insbesondere der Dreißigjährige, zerstörten viele Unterlagen. Trotzdem forschte er weiter, verlor jedoch im achtzehnten Jahrhundert die Spur. Wir wussten nur in etwa, in welcher Gegend wir suchen mussten. Es war der reine Zufall, dass wir einen Steinmetz suchten und ihr euch darauf gemeldet hattet. Euer Name war es, welcher uns auf euch aufmerksam machte. Wir wussten nicht, ob ihr der Richtige wart, doch es war ein Versuch wert. Conlin ist davon überzeugt und auch ich bin es jetzt, denn was ihr gerade gesagt habt, kann kein anderer gesehen haben, als einer aus eurer Familie." Ich nahm einen weiteren Schluck aus meinem Glas und ließ ihn langsam durch meinen Hals rinnen. Auch wenn ich es während der Erzählung von Frau Gräfin schon geahnt hatte, war es doch noch wie ein Schock für mich. Immerhin hatte nicht jeder eine Vorfahrin ...
... von sich gesehen, die aus dem 14. Jahrhundert stammte. „Dann ist also der Name, der auf dem letzten Grabstein auf dem Friedhof entfernt wurde, der des letzten Burgherrn von Maiden gewesen?" Die Gräfin nickte in weiteres Mal, ohne etwas zu sagen. Plötzlich beschlich mich ein seltsames Gefühl. Etwas stimmte an der Geschichte nicht, zumindest glaubte ich das. Diese Geschichte hatte einen Haken. Als mir die Gräfin die Bilder ihrer Vorfahren erklärt hatte, waren wir bis zu Bess von Hochfeldz gekommen, die eine Schwester ihrer Vorfahrin gewesen sein sollte. Also stammte Genefe von Hochfeldz die neben mir saß letztendlich von der Schwester ab. Wenn es aber nach dem Fluch keine Nachkommen mehr gegeben hatte, was war dann mit Frau Gräfin. Woher kam sie? Ich sah sie mir unauffällig von der Seite aus an. Sie saß da wie immer. Stocksteif und mit geradem Rücken. Sie starrte ins Feuer und ich meinte zu sehen, wie sie in eine Weite schaute, die ich nicht sehen konnte. „Worüber denkt ihr nach?", fragte sie ohne mich anzusehen. „Über alles und nichts. Es gibt noch viele Fragen, die ich habe, aber eine brennt mir auf der Zunge!" „Ich weiß!", sagte sie und drehte ihren Kopf erneut in meine Richtung. Ihre schwarzen Augen trafen auf die meinen und ich ertrank fast in ihnen, so unergründlich tief schienen sie zu sein. „Ja, ich bin die letzte Nachfahrin meiner Familie. Juliana von Hochfeldz, die Schwester von Bess, von der es kein Bild gibt, ist meine Mutter gewesen. Es war ...