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Die Burg Kapitel 08/09
Datum: 12.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... unbekannte Frau geschafft, dort hinaufzukommen. Eine so lange Leiter hatte ich nicht gesehen, um von außen hinauf zu kommen und wenn doch, wozu hätte sie es machen sollen? Es machte keinen Sinn. Gefrustet, wie ich war, ging ich schnellen Schrittes in die Werkstatt, schnappte mir alles, was ich braucht, und war wenig später auf der Wehrmauer. Hier waren noch einige Zinnen zu verarzten und ich machte mich mit Eifer daran, diese fertigzustellen. Morgen wollte ich zu Lorentz, dem Dachdecker und Zimmermann gehen. Für die Zinnen würde ich nicht mehr lange brauchen und ich wollte mit dem einsturzgefährdeten Gebäude anfangen, bevor es von alleine in sich zusammenkrachte. Jetzt konnte man viel retten und es würde nicht lange dauern. Mir graute es davor, noch einmal zu Conlin zu gehen, denn ich hatte ihn vergessen, wegen Lorentz zu fragen. Gegen Abend war ich mit weiteren vier Zinnen fertig und mein Frust hatte sich verflüchtigt. Es war auf alle Fälle besser, Conlin in dieser Gemütslage, zu treffen. Immerhin hielt es mich davon ab, ihn zu erwürgen. Bei dem Gedanken musste ich in mich hinein grinsen. Conlin war damit einverstanden, da er einsah, dass ich kein Universalgenie war, wie ich es ihm andeutete. „Ihr könnt Lorentz gerne fragen, mal sehen, ob ihr es schafft, ihn hier heraufzubringen. Viel Glück dabei!" Als wenn ich es geahnt hätte. Conlin brachte mich mit dieser Antwort wieder zur Raserei. Er machte nur Andeutungen, ließ sich aber nicht darüber aus, was damit ...
... gemeint war. Ich glaubte, wir werden keine guten Freunde! Kapitel 9 Im Gasthaus angekommen, sah ich zuerst auf das Bild und war nicht verwundert, dass meine aufgebauten Zinnen sich geändert hatten. Dann entdeckte ich jedoch, dass die Fenster hell beleuchtet waren. Sofort stürzte ich aus dem Gasthaus und sah zur Burg hoch. Tatsächlich waren diese jetzt erhellt, wie auf dem Bild. Doch ehrlich gesagt, hatte ich keine Lust mehr, mir darüber Gedanken zu machen. Jetzt sah ich es mit eigenen Augen und nahm es hin. Ich fragte mich nur, ob es die Frau im roten Kleid war, die dort Licht gemacht hatte. Wie immer sie das machte. Dann ging ich ins Gasthaus zurück. Hier nahm ich wenig zu mir, obwohl es gut wie immer schmeckte. Ich war zu müde und auch zugleich verärgert über Conlin. Dieses Gefühl ließ sich nicht abstellen und war nicht dafür gemacht, den Appetit anzuregen. Später fiel ich ins Bett und wache erst auf, als es wieder hell war. Da ich mir inzwischen sicher war, dass ich nicht wegen der Burg selber hier war, machte es nach meiner Meinung nichts aus, etwas später hinaufzugehen. Heute wollte ich zu Lorentz. Nach verzehrtem Frühstück stiefelte ich in die Richtung, die man mir angegeben hatte. Ich fand die Brücke und erkannte sogleich das windschiefe Haus auf der linken Seite. Schon ein seltsames Domizil für jemanden, der es besser wissen müsste. Als Zimmermann und Dachdecker ein solches Haus zu besitzen, war keine Werbung für seine Arbeitsleistung. Vor ...