-
Die Burg Kapitel 08/09
Datum: 12.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... dem Haus, auf einer Bank, saß ein älter aussehender Mann, mit grauem Rauschebart, der gerade dabei war, sich eine Pfeife zu stopfen. Er schien es sich im Sonnenschein gemütlich zu machen. „Sind sie Lorenz der Zimmermann?", fragte ich und sah ihn freundlich an. „Wer will das Wissen?", kam zurück und er sah mich mit wachen Augen an. „Mein Name ist Jens von Maiden. Ich suche den Zimmermann Lorentz, weil ich ihm ein Geschäft vorschlagen möchte!" „Was für ein Geschäft?", kam von ihm zurück, ohne meine Frage zu beantworten. „Auf der Burg muss ein Dach repariert oder abgetragen werden. Ich bin im Moment dort angestellt, um mich um den Rest zu kümmern. Von Dächern habe ich aber keine Ahnung!" „Und was sagen der alte, knarzige Vogel Conlin und die Gräfin dazu? Sagt bloß die alte Schachtel, hat ja gesagt. Wenn ja, dann müsst ihr mir erzählen, wie ihr die beiden dazu rumbekommen habt. Es grenzt an ein Wunder. Ach ja, ich bin Lorentz. Wollt ihr ein Pfeifchen mit mir schmauchen? Menschen in Eile, sind mir zuwider und ihr seht aus, als wenn ihr nur auf dem Sprung hier seid." Bis vor wenigen Monaten hatte ich Zigaretten geraucht und mir in einem Anfall von Wahnsinn, eine Pfeife gekauft. Das zahlte sich jetzt aus, denn ich war mir sicher, dass wenn wir eine Pfeife zusammen rauchen, würde ich mich mit Lorentz besser verstehen. Ich willigte ein, und während ich auf ihn zuging, rief er in Richtung Eingang: „Barbel, bring meine Pfeifen ich habe besuch." Zwei ...
... Minuten später kam eine kleine, rundliche Frau aus dem Haus und hielt einen Beutel in der Hand. „Ja, so ist es recht. Die Herren hocken in der Sonne und lassen es sich gut gehen, während viel Arbeit wartet!", sagte sie, sah uns aber nicht unfreundlich an. „Barbel, das ist Jens von Maiden. Er repariert das alte Gemäuer auf dem Berg. Ich soll ihm helfen. Was meinst du, ob das eine gute Arbeit ist?" Sie sah mich interessiert an und schien schnell und gründlich zu überlegen. „Frau Gräfin zahlt nicht schlecht. Warum nicht, dann sitzt du nicht nutzlos hier herum und stellst deine Füße unter den Tisch!" Mit diesen Worten reichte sie Lorentz den Beutel, drehte sich um und verschwand im Haus. „Lass die Frauen entscheiden und du hast Ruhe im Haus. Ein altes Rezept meiner Familie!", dabei sah er mich verschmitzt an und reichte mir eine seiner Pfeifen aus dem Beutel. Dazu bekam ich ein neues Mundstück und einen kleinen Beutel mit würzig riechendem Tabak. Schon wenig später saßen wir beide schweigend vor dem Haus und kleine blauweiße Wölkchen kamen zwischen unseren Lippen hervor. Es war herrlich hier zusitzen und es sich gut gehen zu lassen. So konnte man es aushalten. Einfach dasitzen und an nichts denken. Erst als der Tabak, in unseren Pfeifen, zur Neige ging, setzte Lorentz ab uns fragte mich: „Wann soll es los gehen?" „Wahrscheinlich schon morgen, wenn es nicht zu früh ist!", antwortete ich und beobachtete sein Gesicht dabei. „Dann bis morgen. Es wäre nicht ...