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Die Burg Kapitel 08/09
Datum: 12.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... schlecht, wenn ihr mich abholen würdet, dann muss ich meine Werkzeuge nicht alleine hinaufschleppen!" Ich nickte und gab ihm die Pfeife zurück. „Behaltet sie. Wir werden noch öfter, oben auf der Burg, einen Zug nehmen. Arbeit ist Arbeit, Pause ist Pause. Wer zu schnell arbeitet, macht Fehler!" Ich steckte die Pfeife ein und stand auf. Dann nickte ich Lorentz zu und ging langsam Richtung Burg. Lorentz schien eine Seele von Mensch zu sein und irgendwie freute ich mich darauf, mit ihm zusammenzuarbeiten. Schlendernd kam ich an der Burg an und in dem Moment, als ich an dem Tor klingel wollte, kam mir Conlin entgegen. „Gut, dass ihr gerade kommt!", meinte er, „Ich muss den Tag über weg und so trifft es sich gut, denn später wärt ihr nicht mehr hineingekommen. Frau Gräfin erwartet euch heute Nachmittag, um drei Uhr, in der Kemenate, im ersten Stock." Ich sah Conlin fragend an, und als er es sah, meinte er. „Erster Stock, zweite Tür von rechts. Sie würde sich darüber freuen euch pünktlich dort zu sehen." Als er sah, dass ich nickte, wandte er sich sofort ab und ging schnellen Schrittes Richtung Dorf. Ich hingegen ging in die Burg und freute mich darauf, die Gräfin ein weiteres Mal zu sehen. Vielleicht bekam ich jetzt ein paar Antworten, auf meine Fragen. Zuerst ging ich in die Werkstatt und nahm mir vor, die Arbeiten auf der Wehrmauer zu beenden, denn wenn wir morgen mit dem Gebäude anfingen, wollte ich es fertig haben. Wenig später war ich auf der ...
... Mauer angekommen und stürzte mich in die Arbeit, wobei ich öfters auf meine Armbanduhr schaute, um meinen Termin bei Frau Gräfin nicht zu verpassen. Das wollte ich auf keinem Fall. Eine halbe Stunde vor dem Termin, machte ich Schluss und begab mich in die Werkstatt, um mich selber herzurichten. Danach schlenderte ich langsam in Richtung Haupthaus, hatte aber noch zehn Minuten Zeit. Also richtete ich meine Schritte in Richtung Rittersaal, um ihn mir erneut anzusehen. Ich schaute mir die Waffen genauer an, die an den Wänden hingen, und meinte an ihnen Gebrauchsspuren zu entdecken. Hier und da, waren tiefe Kratzer an den Schäften der Hellebarden zu erkennen, genauso waren an den Schwertern, Scharten in den Schneiden. Sie waren benutzt worden und keine reinen Zierwaffen, wie sie in irgendwelchen Wohnzimmern hingen. Zumindest sah es nicht aus, als wenn die Beschädigungen künstlich und nachträglich angebracht worden wären. Dann ging ich zum abgedeckten Spiegel. Erneut hob ich die Decke hoch, die über diesem großen Gegenstand hing. Was ich sah, war mein Spiegelbild. Anderes hatte ich nicht erwartet. Einen Grund, warum er verhängt war, konnte ich nicht erkennen. Der vergoldete Rahmen, wäre für den Raum zwar zu protzig gewesen, aber sonst konnte ich nichts entdecken, warum er abgehängt war. Keine Beschädigung war zu erkennen. Mit diesen Gedanken deckte ich ihn zu und stellte fest, dass es Zeit war, Frau Gräfin mit meiner Gegenwart zu beehren. Also schritt ich nach oben, ...