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Das Bangkok Syndikat 17
Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... überschritten hatten. Mehrmals hatte Khoa Nori aufgefordert, sie endlich zu töten, während Sarot immer wieder um sein Leben gefleht und um Gnade gebettelt hatte. Diese unschönen Momente würden selbst einem hartgesottenen Typen wie Bonian noch lange in Erinnerung bleiben. „Dort vorne ist es. Wir sind da." Aus gutem Grunde hatte man sich für das Haus des Präfekten entschieden. Der Mann verfügte über mächtigen Einfluss in höchsten Kreisen, sein Wort hatte in Politik und Justiz Gewicht. Das Anwesen lag einsam und verlassen an der Küste, niemand würde sich an dem stören, was nun unweigerlich noch folgen musste. Die drei Männer stiegen aus dem Wagen, der kleinere der beiden Malaien öffnete die Kofferraumklappe. Geknebelt und mit Draht gefesselt lagen die schwer verletzten Männer bewegungslos in unnatürlicher Haltung auf dem ungepolsterten Boden, lediglich ihre Augen verrieten die Angst vor dem unausweichlich erscheinenden Schicksal. „Erschießen wir sie?" Bonian schüttelte den Kopf. Wang wollte ein Zeichen setzen, einerseits um seine Feinde zu warnen, andererseits um ihnen zu zeigen, dass er sich der Herausforderung stellte. „Ich sag es Euch gleich, okay?" Bonian griff nach dem Bolzenschneider, den er vor Antritt der Fahrt in einem Seitenfach des Kofferraums deponiert hatte, und durchtrennte die schwere Eisenkette, mit deren Hilfe das Zufahrtstor gesichert war. Die beiden Malaien zerrten währenddessen die Leiber ihrer Opfer aus dem Inneren des Fahrzeugs. Wangs ...
... Unterführer beabsichtigte, das grausame Schicksal der beiden ehemaligen Mitglieder der Organisation nicht noch weiter zu verschlimmern und verbot seinen Handlangern jegliche weitere Misshandlung oder Verhöhnung derselben. Seine ehemaligen Clan-Kollegen hatten das Schlimmste überstanden, jetzt würde er die beiden nur noch erlösen müssen. Kurz und schmerzlos würde es zu Ende gehen, auch wenn er hierfür die Anweisungen seines Paten ignorieren musste. Achtunddreißigster Tag, mittags, Bangkok „Sie haben also gesungen?" Bonian betrachtete seinen Paten, der an seinem Schreibtisch saß und einen Stapel Papiere durchsah. „Ja. Es schaut nicht gut aus. Sie wurden beide direkt angesprochen und haben dasselbe Angebot erhalten." Wang sah nicht auf, betont lässig blätterte er weiterhin in seinen Unterlagen. „Welches?" Auch diese Frage wirkte beiläufig, dabei musste es den Paten doch eigentlich brennend interessieren, was seine Feinde gegen ihn ausgeheckt hatten. „Straffreiheit, Aufnahme ins Zeugenschutzprogramm und Absicherung der engeren Familie, zudem allgemeine Amnestie für sämtliche, in der Vergangenheit begangenen Verbrechen. Wer Sie verrät, bekommt also eine blütenweiße Weste, Herr Wang." Erstmals hob der Pate den Kopf und taxierte seinen Unterführer nachdenklich. Er schätzte Bonian sehr für dessen Treue und Zuverlässigkeit. Bisher hatte es keinen Grund gegeben, an ihm zu zweifeln. Oder etwa doch? „Ein verlockendes Angebot, nicht wahr? Da beginnt man schon ...