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Das Bangkok Syndikat 17
Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... mal nachzudenken." Bonian verneinte ebenso schnell wie entschieden. „Nein! Einmal Verräter, immer Verräter. Man wäre für sein Leben gezeichnet." Wang lächelte. „Gib mir den Film!" Bonian reichte seinem Paten eine SD-Karte, die dieser umgehend in den entsprechenden Slot seines Notebooks einschob. Nach wenigen Augenblicken drangen gellende Schreie aus den Lautsprechern, die sich zu Mark und Bein durchdringendem Brüllen und Kreischen steigerten. „Hast du Fotos von dem Haus gemacht?" Wieder lehnte sich Bonian über den Schreibtisch, um Wang das Gewünschte zu überreichen. „Gut. Das wird wohl genügen. Zeige unseren Jungs diesen Film! Jeder, der uns verrät, soll sich im Klaren sein, welches Schicksal ihn erwartet. Du bist für sie verantwortlich, Bonian! Überwache sie rund um die Uhr! Jeder Kontakt zu Fremden ist ab sofort ausnahmslos untersagt, es sei denn, er wird durch uns genehmigt. Hast du mich verstanden?" Wang fixierte seinen Unterführer mit durchdringenden Blicken. „Ich habe einige Stunden telefoniert. Weder die anderen Familien, noch unsere Kontaktleute im Regierungspalast wollen mit mir reden. Ich werde behandelt wie ein Aussätziger. Es scheint mir, als sei ich in ihren Augen schon tot ... oder zumindest hinter Gittern. Aber notfalls bringe ich jeden einzelnen von ihnen um, solange ich noch die Kraft dazu habe." Der Tonfall des Paten hatte im Laufe seiner Ausführungen deutlich an Härte und Gereiztheit gewonnen. Bonian hegte Zweifel, ob er ...
... das Wort in diesem Augenblick an ihn richten durfte, doch die Dringlichkeit der Umstände beließ ihm keine andere Wahl. „Sie sollten das Haus verlassen, Herr Wang. Hier sind sie nicht mehr sicher. Gerade wenn unsere „Freunde" sich ihrer so sicher sind, bedeutet das nichts Gutes für uns." Der Pate schien über die Worte seines Unterführers nachzudenken. Wahrscheinlich hatte er ähnliche Befürchtungen. „Bring mich heute Nacht in den Klub! Kein Wort zu irgendwem! Von mir aus sollen sie alle denken, ich hätte mich hier verschanzt und würde meine Räume aus Angst vor meinen Feinden nicht mehr verlassen wollen. Wheng und Zhi halten hier die Stellung. Sie sollen wachsam bleiben, ich will nicht auch noch einen der beiden verlieren." Der treue Unterführer bestätigte die Anweisungen des Alten. „Wen möchten Sie als Begleitung an ihrer Seite wissen?" Der Pate schien verunsichert. Es fiel ihm wohl schwer, jemanden zu benennen, dem er noch vertrauen wollte. „Die zwei Malaien. Von denen droht wahrscheinlich weniger Gefahr, als von meinen eigenen Leuten." Bonian, der diese Entscheidung bereits vorausgesehen hatte, lächelte, während die Anspannung langsam aus seinem Gesicht wich und einer gewissen Erleichterung Platz schuf. „Soll ich im Klub Bescheid geben? Sie haben nämlich schon angerufen, weil niemand zu ihrem Schutz erschienen ist." Wang schüttelte entschieden den Kopf. „Nein! Besser nicht. Besorg mir aber unbedingt ein neues Handy und pack das Wichtigste für mich ...