1. Das Bangkok Syndikat 17


    Datum: 21.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... ein!"
    
    Achtunddreißigster Tag, abends, Bangkok
    
    Jasmin wurde sichtlich nervös, als Bonian ihre Anwesenheit im Klub verlangte. Es musste etwas passiert sein und sofort kam ihr Long in den Sinn, an dem die Mafia ein mahnendes Exempel statuiert und damit ihre Wankelmütigkeit unter Beweis gestellt hatte. Hatte sie etwas falsch gemacht? War sie es, über die man dieses Mal Gericht halten würde? Sie dachte an Nori. Steckte etwa diese Teufelin dahinter?
    
    Eilig hastete die Klub-Chefin an den wartenden Damen vorbei die Treppe hinauf, die zum Haupteingang des Gebäudes führte. Geflissentlich ignorierte sie das breite Grinsen der bizarren Geschöpfe, die ihrem Weg säumten. Drei Männer standen wartend in der Vorhalle, die sich nun zu der eintretenden Frau umdrehten.
    
    Jasmin wurde blass. Erst jetzt begriff sie, dass es der Mafiaboss persönlich war, der sie besuchte.
    
    „Herr Wang! Ich wusste nicht, dass Sie uns besuchen wollen. Ich habe gar nichts vorbereitet."
    
    Schweigend musterte der Pate die Chefin seines Klubs und verzog dabei keine Miene. Er konnte affektiertes Verhalten nicht leiden, zumindest nicht, wenn es sofort als solches zu erkennen war.
    
    „Wo ist Nori?"
    
    Jasmin stotterte und sah sich Hilfe suchend um, als ob sich die Domina in den Sitzreihen vor der Bühne versteckt haben könnte.
    
    „Ich gehe sie sofort holen."
    
    Wang schüttelte sein Haupt.
    
    „Nein! du bringst mich zu ihr."
    
    Jasmin überlegte kurz, dann glaubte sie zu wissen, wo die Domina sich aufhielt. Um ...
    ... diese Zeit konnte Nori eigentlich nur oben in ihrem Appartement sein.
    
    „Dann folgen Sie mir bitte, Herr Wang. Wir müssen leider einige Treppen steigen, da die Fahrstühle nicht mehr sicher sind."
    
    Der Pate antwortete nicht, zeigte Jasmin jedoch durch eine fordernde Geste, dass er keine weitere Konversation mit ihr wünschte.
    
    „Dort vorne, die rechte ist es."
    
    Jasmin deutete auf eine Tür und trat beiseite. Wang nickte einem seiner Leute zu, der daraufhin mehrere Male mit der Unterseite seiner rechten Faust wuchtig gegen die hölzerne Tür zu Noris Appartement schlug. Lärmend drang das laute Klopfen durch den Korridor. Schritte wurden laut, dann riss die Domina die Tür auf. Unbändige Wut spiegelte sich in ihrem Gesicht wider, bis sie begriff, wer da vor ihrer Tür stand. Wang war gekommen und wollte zu ihr. Sie rang vergeblich nach Beherrschung, Übelkeit und Schwindel trübten ihren Geist, während sich ein drückendes Gefühl in ihrem Unterleib auszubreiten begann. Der Pate aber holte bereits aus und schlug ihr hart ins Gesicht.
    
    „Kennst du mich nicht mehr, dass du mich nicht willkommen heißt?"
    
    Nori schloss die Augen, trat an den doppelt so alten Mann heran und küsste ihn auf den Mund. Wang packte ihren Hinterkopf, um ein Zurückweichen zu verhindern, und drückte seine Zunge zwischen ihre Lippen.
    
    Jasmin erstaunte diese Szene zutiefst. Neben Abscheu und Ekel vor Wang, empfand sie auch Mitleid für Nori. Keinesfalls aus Sympathie, sondern weil sie sich an Long erinnert fühlte, ...
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